Hortensien - eine Bereicherung für jeden sommerlichen Garten

Hortensien – Bereicherung für jeden Sommer-Garten

Christine Maissen Gärtnerei

Christine Maissen, Gärtnerei Maissen, Koblach

Wissen Sie, wie Hortensien früher genannt wurden? Wasserstrauch. Wissenschaftlich heißen sie Hydrangea, was so viel wie ‚Pflanze, die viel Wasser aufsaugt, bedeutet. Somit erhalten wir gleich einen wichtigen Hinweis auf bevorzugte Standorte der Pflanzenart. Nämlich frische bis feuchte Gartenböden, idealerweise im Halbschatten. Trockene, vollsonnige Lagen sind nicht ideal.

Im Garten finden Hortensien viele Verwendungsmöglichkeiten. Die kleineren Gartenhortensien sind charmante Topfpflanzen. Sie passen zu Farnen, Funkien usw. in schattige Gartenbereiche. Großwüchsigere Arten eigenen sich bestens für Sichtschutz- oder Blütenhecken. Je nach Sorte variiert die Wuchshöhe.

Am größten wird die Kletterhortensie, H. anomala petiolairs. Sie wächst selbstklimmend an Wänden und Gehölzen empor. Dabei hält sie sich mit Haftwurzeln fest. Ihr dunkelgrünes Laub steht im starken Kontrast zu den weißen, im Frühsommer erscheinenden Blüten. Diese wirken sogar im verblühten Zustand noch adrett. Kletterhortensien können bis zu vier Meter hoch werden und bilden dabei dicke, selbsttragende Stämme aus.

Großsträucher für den Halbschatten

Nicht ganz so groß wird die Gruppe der Fell-Hortensien H. aspera, auch Samt-Hortensien genannt. Diese Pflanzen wachsen kräftig aufrecht und werden Sträucher von 2-3 Meter Höhe, je nach Sorte. Ihren Namen verdankt die den großen, behaarten Blättern. Sämtliche Hortensien bilden flache Blütenstände mit sterilen Randblüten aus und wirken besonders in den dunkleren Gartenbereichen im Sommer sehr gut. Bei dieser Gruppe ist lediglich ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt vonnöten. Werden die Pflanzen zu große, kann man sie auch im Frühjahr kräftig zurücknehmen, was zu einem Neuaufbau der Sträucher führt.

Rispen aus Fernost

Aus Japan stammt die Gruppe der Rispen-Hortensien, H. paniculata. Diese Pflanzen sind an ihren spitzkegeligen Blütenständen erkennbar, die von Juli bis Oktober in unseren Gärten blühen. Durch einen empfehlenswerten Rückschnitt, etwa um die Hälfte, im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze kräftig durch und bildet größere Blütenrispen aus. Macht man das nicht, gibt es mehr, aber kleinere Rispen. Die Blütenstände eignen sich sowohl getrocknet als auch frisch als Vasenschmuck!

In ihrer japanischen Heimat wächst die Rispen-Hortensie auf sauren Böden. Dadurch kann es vorkommen, dass sich ihre Blätter bei unseren kalkhaltigen Böden gelblich aufhellen. Mit Rhododendrondünger bekommen Sie diese Erscheinung in Griff. Rispen-Hortensien werden je nach Sorte bis zu zwei Meter hoch. Sie zählen somit zu den eher kleichwüchisgen Vertretern.

Schneebälle im Sommer

Von der Höhe vergleichbar, in ihrer Erscheinung jedoch ganz anders wirkt die Ballenhortensie, H. arborescens ‚Annabelle‘. An ihren vielen Trieben trägt sie hellgrünes Laub, das von großen, runden, von grün ins weiß wechselnde Blütenstände überragt wird. Diese Blütenbälle sehen toll aus, werden mitunter aber so groß, dass sie bei Regen nach unten knicken. Durch rechtzeitiges Stäben kann das verhindert werden. Die Ballenhortensie verlangt jährlich einen starken Rückschnitt im Frühjahr. Daraufhin treiben sie kräftig durch und bringt die gewünschte langandauernde Sommerblüte.

Bauernhortensien

Die bekanntest Gruppe sind die Garten- oder Bauernhortensien, H. macrophylla. Von ihnen gibt es viele Sorten in Rot-, Rosa-, Weiß- und Blautönen. Als beliebte Muttertagspflanze ist die Gartenhortensie schon seit langem bekannt. Ihre großen Blütenkugeln und die fleischigen Blätter wirken rustikal im Topf, aber auch im Garten. In milden Lagen kommen die Gartenhortensien gut durch den Winter, ansonsten ist ein Winterschutz mit Zweigen eine sinnvolle Maßnahme. Um die Blühwilligkeit zu erhalten, ist ein Auslichtungsschnitt im Frühling ratsam. Dann verwöhnen sie uns mit Blüten von Juni bis zum Sommerende.

Sehr sympathisch wirken die flachblühenden Gartenhortensien. Anstelle der großen kugelförmigen Blüten bilden diese nur einen Kranz attraktiver Randblüten aus, die Blüten in der Mitte sind hingegen fruchtbar.

Blütenfarbe verändern

Bei Gartenhortensien kann man selbst die Blütenfarbe beeinflussen. Rosa Blüten reagieren auf den Säuregrad des Bodens. Auf kalkhältigen Böden erscheinen die Blüten rosa. Wurzeln sie hingegen in sauren Böden, zB im Moorbeet, färbt sich die Blüten blau. Daher wundern Sie sich nicht, wenn ihre blaue Hortensie in den Garten gepflanzt plötzlich rosa blüht!

Wie Sie aus dieser kurzen Auflistung der Hortensiengruppen ersehen, gibt es für fast jede Gartensituation die passende Hortensie dazu. Ihre Langlebigkeit beweisen die Wassersträucher in älteren Parkanlagen, wo Hortensien seit Jahrzehnten beliebte Gehölze im Halbschatten und Schatten sind. Versuchen Sie es aus, Sie werden begeistert sein.

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