So bekämpfst du die Kirschessigfliege wirksam

So bekämpfst du die Kirschessigfliege wirksam

Thomas Winder / mingarta.at

Thomas Winder, Pflanzen Center Winder, Dornbirn

Seit einigen Jahren findet eine kleine Fruchtfliegenart Gefallen an unserem Obst, die Kirschessigfliege. Vor allem Kirschen, Himbeeren, Brombeeren, Holunder, Zwetschken, Mini-Kiwis, und andere weiche, glattschalige Früchte werden von ihr geschädigt.

Das Befallsmonitoring der Landwirtschaftskammer zeigte in den letzten Tagen eine starke Vermehrung des Schädlings sodass man im ganzen Land mit Schäden an erntereifen Früchten rechnen muss. Bitte kontrolliere deine Pflanzen!

Wie erkennt man sie?

Die Kirschessigfliege ist nur 2 bis 3,5 mm groß. Ihr Körper ist gelb-braun gefärbt mit dunkleren Streifen auf dem Bauch. Markant sind ihre roten Augen. Nur die Männchen haben einen deutlichen dunklen Fleck nahe der Spitze jedes Flügels. Die Weibchen sind mit einer Lupe am Eiablegeapparat am Hinterleib erkennbar. Damit ritzen sie die Früchte auf und legen die Eier hinein.

Wie schädigt sie?

Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in gesunde, unverletzte Früchte, welche dann unansehnlich werden und faulen. Ein Weibchen kann bis zu 400 Eier in verschiedene Früchte legen, und nach ca. 10 Tagen schlüpfen aus Larven neue Fliegen, die dann wiederum rund zwei Monate leben

Was kann man gegen die Tiere tun?

Eine Flugüberwachung mittels Essigfallen hat sich bewährt. Fallen baut man aus grünen 1,5-Liter-PET-Flaschen, in deren oberen Bereich einigen Öffnungen von 2 – 3 mm Durchmesser mit einem kleinen heißen Nagel gemacht werden. Die Flasche dann etwa fünf Zentimeter hoch mit einem Gemisch aus Apfelessig und Wasser (1:1) befüllen und ein bisschen Zucker oder Rotwein dazugeben. Das lockt die Fliegen verlässlich an. Gibt man noch einen Tropfen geruchsfreies Geschirrspülmittel dazu, ist die Falle einsatzbereit und kann in Fruchthöhe auf der Schattenseite der Gehölze aufgehängt werden. Ein Fallenabstand von zwei Meter reicht aus, um die Tiere anzulocken. Nach einer Woche wird die Flüssigkeit in der Falle erneuert.

Wird ein deutlicher Anstieg der wöchentlichen Fänge festgestellt, sollten die Sträucher ev. mit engmaschigen Netzen eingepackt werden. Im Hausgarten sind Gemüsenetze (Maschenweite 1,3 mm) dafür geeignet.

Erntet man Beeren schon kurz vor der Vollreife, kommt man den Fliegen zuvor. Daher öfters Durchernten. Wichtig ist, sämtliche Beeren, auch die unschönen, vollständig abzunehmen und zu vernichten.

Chemischer Pflanzenschutz gegen die Tiere im Hausgarten ist nicht sinnvoll, da nur eine begrenzte Mittelauswahl zur Verfügung steht und die Präparate bienengefährlich sind.

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