Ab ins Winterquartier

Südländische Pflanzen: Ab ins Winterquartier

Stefan Bitschnau/minGarta.at

Stefan Bitschnau, Blumen Bitschnau,Vandans

Viele Pflanzen in unseren Gärten stammen aus wärmeren Gefilden. Der Winter in unseren Breiten ist zu hart, somit steht die Übersiedelung ins Warme bald vor der Tür.

Bereits im Oktober sollten Kübelpflanzen weniger gegossen werden. Auch mit dem Düngen ist es jetzt vorbei. So stimmen wir die Pflanzen auf ihre Ruhezeit ein.

Kontrolle auf Schädlingsbefall

Vor dem Umzug ins Winterquartier müssen die Kübelpflanzen nun gründlich auf Schädlingsbefall kontrolliert werden. Denn in den nächsten Monaten haben sie viel Zeit, sich im Verborgenen zu vermehren. Ein Blick mit der Lupe hilft oft, kleine Insekten sowie deren Eier auf den Pflanzen festzustellen. Findet man Schädlinge, ist jetzt eine Pflanzenschutzmaßnahme notwendig. Beachte dabei, dass viele chemische Pflanzen­schutzmittel Tem­peraturen über 10 ° C benötigen um ein optimale Wirkung zu erreichen. Viele Mittel wirken darunter nicht. Kontaktmittel wie Schädlingsfrei Nat­uren AF (auf Ölbasis) oder Neusodan Neu (auf Kaliseifenbasis) sind hingegen auch bei kühleren Temperaturen noch gut geeignet.

Rückschnitt beim Einwintern

Engelstrompeten erhalten einen kräftigen Rückschnitt vor der Einlagerung. Blauer Nachtschatten, Blei­wurz, Fuchsie, Geranienstämmchen, Ham­mer- oder Korallenstrauch, Wandelröschen usw. werden auf ca. 1/3 der Pflanzengröße zurückgeschnitten und gegebenenfalls ganz entlaubt. Auf diese Weise werden an den Blättern anhaftende Schädlinge entfernt und auch Platz im Quartier gespart. Auch wird die Gefahr von Grauschimmel auf Falllaub vermindert. Häu­figes Lüften bei warmen Außentemperaturen und Sauberkeit kann hier vorbeugend wirken.

Die Pflanzen sollten so lange wie möglich im Freien bleiben, sind doch die Winterplätze vielfach nicht ideal. Eingeräumt wird an trockenen Tagen. Die die Pflanzen bringen ansonsten viel Feuchtigkeit ins Winter­quartier was zu pilzlichen Problemen führen kann.

Früher ins Warme

Empfindliche Pflanzen werden vor dem ersten Frost versorgt. Z.B. Hibiskus, Kerzenstrauch, Bougainvillea, Engelstrompete, Fuchsien, Hammerstrauch, Schönmalve, Wandelröschen usw. Sie kommen im Winter mit Temperaturen von 4 bis 10 °C aus, am besten an einem hellen Platz. Ideal ist es auch, die Pflanzen nicht auf kalte Steinböden zu stellen. Hier wirken Isolationsplatten oder einfach Holzbretter gegen Bodenkälte.

Robustere Exemplare übersiedeln erst nach einem Frost von –5 °C ins Haus. Dazu zählen Feigen, Granatapfel, Dattelpalme, Oleander, Oliven, Lorbeer, Zitruspflanzen usw. Sie kön­nen im Herbst mit Vlies geschützt erste Kältetage überdauern und gewinnen dann noch wertvolle Zeit im Freien. Unter Überdächern, an Hauswänden, über Licht­schäch­ten usw. herrscht ein milderes Kleinklima vor, das es hier bestmöglich auszunutzen gilt.

Heller, kühler Standort

Ideal ist für die meisten Kübelpflanzen ein heller, kühler Standort. Vor allem Kakteen, Immergrüne und Palmen fühlen sich hier wohl. Laubabwerfende Pflanzen wie die Feige oder Granatapfel sowie die oben erwähnten entlaubten Stechapfel, Blauer Nachtschatten, Bleiwurz, Fuchsien, Hammer- und Korallenstrauch, Zierbanane (stark zurück geschnitten) usw. können auch völlig dunkel überwintert werden. Allerdings brauchen sie ab Ende Februar für den Neuaustrieb wieder Licht und einen wärmeren Standort. Kannst du das nicht bieten, erfolgt der Neuaustrieb sehr spät und die Pflanzen werden erst im Frühsommer wieder ansehnlich.

Wenn Du keinen Platz für eine op­ti­male Überwinterung ha­st, bieten Dir viele Gärtnereien im Lande die Serviceleistung der Über­winterung an. Durch die idealen Bedin­gungen in den Ge­wächshäusern entwick­eln sich die Pflanzen dort optimal und werden bereits ab April wieder in bester Qua­lität ausgeliefert.

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