Äpfel, aber kein Laub am Baum?

Äpfel, aber kein Laub am Baum?

Monika Decker/minGarta.at

Monika Decker, Decker’s Garten, Fußach

Fotos: minGarta.at; ©ACW; ©Freiding

Blattlose Apfelbäume finden sich in den letzten Jahren immer häufiger an Vorarlbergs Obstbeständen. Was ist dafür verantwortlich? Eine neue Pilzkrankheit: Marssonina coronaria. 

In Hausgärten findet sich diese Erscheinung öfters, vor allem in diesem feuchten Sommer. Aber auch Streuobstbestände oder in biologisch bewirtschafteten Anlagen fühlt sich der ‚neue‘ Pilz wohl. Denn hier wird wenig bis gar kein Pflanzenschutz betrieben, bzw. kommen Mittel zum Einsatz, die kaum Wirkung auf ihn haben.

Zunehmend in Europa

Die feuchte Witterung dieses Sommers trägt das ihre bei, dass sich die Krankheit ausbreitet. Wie Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, sind vor allem Topaz, Goldrush, Jonagold und Gala betroffen. Der Erreger wurde in Ostasien und Nordamerika schon vor 100 Jahren beschrieben, seit einiger Zeit verbreitet sich der Pilz nun zunehmend in Europa.

Der Pilz überwintert im Falllaub. Etwa zur Blütezeit wechselt er dann durch Sporen auf die Blätter. Hier bilden sich anfangs 1 – 2 mm große, dunkelgraue, fast schwarze Flecken aus. Gelegentlich lässt sich auch ein dunkelvioletter Rand erkennen. Im Frühsommer beginnen die Flecken ineinanderzulaufen und die Blätter vergilben. Schließlich fallen sie vorzeitig ab. Das dauert nur wenige Wochen. Bis zur Ernte bleiben dann nur noch die Früchte am Baum übrig. Durch die fehlende Blattmasse werden die Früchte schlecht versorgt, ebenso die Knospen fürs nächste Jahr. Es kommt zu einer markanten Schwächung und beachtlichen Ausfällen. In regenreichen Sommern geht der Befall sogar direkt auf die Früchte über. Dort bilden sich kleine Flecken, ähnlich dem Lagerschorf.

Was tun, wenn nun mein Apfelbaum befallen ist?

Einerseits ist durch das saubere Entfernen des Falllaubes der Infektionsdruck zu reduzieren. Behandlungen mit Kupfer scheinen eine vorbeugende Wirkung zu haben. Viele Schorffungizide wirken ebenfalls, wie die Abwesenheit des Pilzes in Intensivanlagen zeigt.
Ein Auslichtungsschnitt sorgt für gute Durchlüftung der Baumkrone und reduziert somit die Befallsgefahr. Auf längere Sicht ist das Ausweichen auf unempfindlichere Sorten anzuraten. In diese Richtung wird zurzeit mit Hochdruck geforscht.

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