Balkonpflanzen: Bienen mögen´s wild und würzig

Balkonpflanzen: Bienen mögen´s wild und würzig

Von DI Simone König, Bodenseeakademie Dornbirn

Auch auf kleiner Fläche lässt sich etwas für Bienen, Hummeln & Co pflanzen. Viele heimische Wildblumen und Kräuter gedeihen hervorragend in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen und auch der üppig blühende Balkonkasten lässt sich bienenfreundlich bepflanzen. Die beliebteste Balkonpflanze, die Geranie, bietet leider keine Nahrung für Bienen und Insekten. Die ebenfalls beliebten Dauerblüher Ziertabak und Petunien werden aufgrund ihrer Blütenform von Schmetterlingen besucht.

Wer auf den hängenden Blütenreichtum nicht verzichten will, kann Kapuzinerkresse und Katzenminze pflanzen. Diese auch für den Menschen bekömmlichen Kräuter bietet Nektar für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Ansonsten werden Bienen noch von Stiefmütterchen, Portulakröschen, Steinkraut, Männertreu und Topfdahlien angezogen.

Bienen lieben langlebige Kräuter

Auch spricht nichts dagegen den Balkonkasten mit Küchenkräutern zu bepflanzen, denn nicht nur uns schmecken die würzigen Pflanzen gut, auch der Nektar ist durchdrungen von wohltuenden ätherischen Ölen. Und da sind es gerade die einfachen Kräuter, die viel für Bienen und andere nektarsammelnde Insekten bereithalten. Schnittlauch, Thymian, Oregano, Bohnenkraut und Ysop lassen sich ohne großen Aufwand über viele Jahre im Balkonkasten kultivieren. Achten Sie darauf, nicht zu nährstoffreiche Erde zu verwenden. Eine Kiesschicht unten im Kasten bewirkt schnelleren Wasserabfluss.

Auch Lavendel und Salbei können so einige Jahre in Töpfen überleben. Minzen und Melissen sind in einem größeren Pflanzkübel mit mehr Nährstoffen und Wurzelraum besser aufgehoben. Auch das einjährige Basilikum liebt es im Topf nährstoffreich. Zur Blütezeit kann es dann summen und brummen zwischen den Kräutern.

Ein Stück Natur auf dem Balkon

Wer sich ein Stück Natur auf den Balkon oder die Terrasse holen will, dem sind Wildstauden in Topfkultur ans Herz gelegt. Damit ist sichergestellt, dass die heimischen Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge Nahrung finden. Bei exotischen Pflanzen ist oft nicht sicher wie sie sich auf unsere heimische Fauna und Flora auswirken und bei Zuchtformen gibt es öfters für Insekten nichts zu holen.

Bei der Zucht von Gartenpflanzen steht vielfach der Aspekt einer langen Blühdauer und der auffälligen Blüte im Vordergrund. Um das zu erreichen, werden sterile Pflanzen gezüchtet und/oder ein Teil der Staubgefäße wird zu Blütenblättern, wie es bei gefüllt blühenden Sorten der Fall ist. Von Natur aus ist es so vorgesehen, dass die farbige Blüte die Insekten zur Bestäubung anlockt und die Blüte nach erfolgreicher Bestäubung verblüht, damit schnell Samen zur Fortpflanzung produziert werden. Aber weil in der Natur auch immer Schönheit und Üppigkeit vorgesehen sind, gibt es genügend Wildpflanzen, die wiederkehrend und unermüdlich blühen.

Wildpflanzentöpfe sind pflegeleicht

Außerdem braucht so ein Wildpflanzentopfgarten nur wenig Pflege. Die meisten Arten sind
wassergenügsam und halten es viele Jahre ohne Umtopfen aus. Mit blauen Blüten erfreuen dabei z.B. die Glockenblumen. Zwergglockenblumen gedeihen auch
in kleinen Töpfen, Hängepolsterglockenblumen freuen sich über einen größeren Topf oder ein Kistchen. Knäulglockenblumen bekommen einen größeren Topf und teilen sich dafür den Platz mit Katzenminze, rotem Seifenkraut und kriechendem Gipskraut. Am liebsten stehen sie halbschattig bis sonnig, in nährstoffarmer Erde vermischt mit Sand und Kompost.

Ganz sonnig mögen es die Sandnelke, wilde Pfingstnelke, Alpensteinquendel, Drüsige Bergminze und die verschiedenen heimischen Thymianarten. Auch Fetthennen, Mauerpfeffer und Hauswurze vertragen viel Sonne und Hitze. Für den eher schattigen Standort empfiehlt sich gelber Lerchensporn oder Zimbelkraut. Ganz im Schatten wachsen Farne und Grasarten. Für Nachtaktive gibt es Pflanzen, die erst in der Dämmerung ihre Blüten öffnen und gerne von Nachtfaltern besucht werden. Dazu zählen z.B. die Nachtkerzen oder die Nachtviolen. Dabei gibt es auch duftende Varianten wie Gemshorn, Bauerntabak und Nachtphlox.

Für alle, die Naturgartenprofis am Balkon und auf der Terrasse werden wollen hat Reinhard Witt ein Buch geschrieben: „Das Wildpflanzentopfbuch“, erschienen 2010 im Naturgarten Verlag.

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