Chili: Eine feurige Sache

Chili: Manche lieben es scharf

Matthias Heel

Manfred Helbok, Gärtnerei Helbok, Höchst

Von mild bis schmerzhaft reicht das Chili-Spektrum. Kaum eine Gemüseart bietet so vielfältige Nuancen an Würze und Geschmacksrichtungen, wie das südamerikanische Nachtschattengewächs.

Dabei müssen Chilis nicht immer teuflisch brennen. Es gibt durchaus auch milde Arten, die beim Verzehr keine Schmerzen verursachen. Nicht jede Chilifrucht stimuliert unsere Hitzerezeptoren gleich intensiv und mit Joghurt oder Milch lässt sich auch einiges der Schmerzen neutralisieren.
Das braucht es aber nicht bei den dickfleischigen Ungarischen Apfelpaprika, verschiedene Jalapeno-Arten, Naso di cane oder die mexikanische Numex Conquistator. Sie überzeugen durch fruchtigen Geschmack ohne Qualen beim Essen.

Doch es war gerade die Würze, die den Siegeszug des pfeffrigen Nachtschattengewächses eingeleitet hat. Kolumbus und seine Nachfolger brachten die würzigen Schoten als Pfefferersatz nach Europa. Das war zwar ein Irrtum, bescherte uns aber ein Fülle an aromatischen Früchten, die inzwischen weltweit verbreitet sind. Asien, Mexico, Afrika, Indien – überall hielten Chili Einzug in die Kulinarik. Und sie sind nicht mehr wegzudenken. Viele davon sind extrem scharf: Scotch Bonnet Brown, Habenero-Arten, Congo Trinidad, Caribbean Red oder Bhut Jolokia sind nur ein paar Vertreter dieser extremen Spielart der Natur.
Anbau im Ländle

Chilis lieben es warm. In Vorarlberg lassen sich die Paprika-Verwandten gut im Topf kultivieren. Bereits Anfang Februar angebaut, wachsen die Pflänzchen bis zu den Eismännern Mitte Mai geschützt heran. Dann geht es ins Frei mit ihnen. Idealerweise in einem großen Topf, der eine Übersiedlung zum Saisonende in den Wintergarten erlaubt. So lassen sich viele Pflanzen über mehrere Jahre weiterziehen, vorausgesetzt, man hat die Blattläuse im Griff. Denn ihnen ist die Schärfe egal. Hat man milde Paprika und scharfe Chilis nebeneinander stehen, passiert es schon mal, dass am Ende alle Früchte würzig werden. Hierfür sind Bienen verantwortlich, die den Blütenstaub bei ihrem Besuch übertragen.

Verwendet werden Chili in allen Formen: Getrocknet, geräuchert, roh gegessen oder zu Pulver verrieben – Chilis lassen sich gut haltbar machen. Bei allen Arbeitsschritten ist jedoch größte Vorsicht angebracht, denn fast alles, was mit Chili in Berührung kommt, brennt.

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