Familie Kutzer: Leben im Einklang mit der Natur

Zu Besuch im Selbstversorger-Paradies

Carolin und Daniel Kutzer leben in Hard am Bodensee ihren gemeinsamen Traum. Sie können sich mit dem Gemüse, das in ihrem Garten wächst, das ganze Jahr über selbstversorgen. minGarta hat die beiden in ihrer Arche besucht und gewann einzigartige Einblicke in ihr naturnahes Gartenparadies.

Februar 2013: Carolin mietet sich ein Häuschen in ihrer Heimatgemeinde Hard und mit dazugehörigem Garten. Wobei ein richtiger Garten ist es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Vielmehr eine Grünfläche. „Vor mir hat eine Familie mit vier Kindern hier gewohnt. Und die braucht viel Rasen, um Fußball spielen zu können“, erzählt Carolin. Doch mit Carolins Einzug in das Haus, ändert sich das schlagartig. Sie schafft sich zwei Milchziegen, drei Hennen und drei Wachteln an und beginnt Gemüsebeete anzulegen. „Ich habe keinen bäuerlichen Hintergrund, aber Kurse für Permakultur, Kleintierhaltung und Käsekultur besucht. Also ich kannte mich schon ein wenig aus“, erklärt die gelernte Kinderkrankenschwester. Doch sie hatte ein Riesen-Defizit, „Handwerklich bin ich nicht so geschickt. Das habe ich versucht mit Basteleien zu kompensieren“, erinnert sich Carolin an ihre Anfänge zurück. Dann, im Sommer 2013, meint es das Schicksal gut mit ihr. Daniel, ein gelernter Landwirtschaftstechniker, tritt in ihr Leben. Sie heiraten kurze Zeit später und verwirklichen sich seitdem gemeinsam den Traum vom Selbstversorger.

Zu Besuch in Familie Kutzers Naturgarten

Ganzes Jahr Gemüse

Bereits im ersten Jahr ihres gemeinsamen Wirkens im Garten, ernten sie so viel Gemüse, dass es für das ganze Jahr reicht. Es wird eingefroren, eingeweckt, getrocknet und in Sand eingelagert. Auf 1000 Quadratmetern Ackerfläche werden Kartoffeln angebaut und auf den restlichen 600 Quadratmetern wachsen Salate, Kohlrabi, Randig und Co. Es gibt auch schon erste Versuche zum Anbau von Riebelmais, Dinkel und Roggen. Und was passiert mit dem Produktions-Überschuss? „Je nach Saison verkaufen wir Kartoffeln, Topfen und Wachteleier ab Hof“, erklärt Carolin. Dieses Jahr sind die Kutzers auch erstmals unter die Imker gegangen. Der erste Honig wurde bereits geschleudert. „Es braucht aber mehr Zeit und Nerven, als wir gedacht haben“, gibt die Nebenerwerbsbäuerin offen zu. Apropos Zeit und Nerven: Bis Ostern gab es bei den Kutzers noch drei Kühe. Aber aus Zeitmangel mussten sie die Tiere abgeben.

Erholung, Entspannung, Wohnraum

Was aber bedeutet der Garten für die Familie Kutzer? „Er ist für uns ein Ort der Entspannung, der Erholung und Wohnraum im Sommer. Wir versuchen im Einklang mit der Natur zu leben“, sagt Carolin. Die Pflanzen seien für sie Lebewesen, die sie täglich aufs Neue überraschen. Aber manchmal, so gibt sie zu, geht der Blick für das Schöne verloren. „Immer wenn Besuch zu uns kommt, zeigt sich dieser begeistert von unserem Garten. Wir selbst sind da ein wenig blind geworden. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass der Garten für uns Alltag ist“, erklärt Daniel.

Bis Sonnenuntergang im Garten

Die Kutzers sind täglich in ihrem Garten unterwegs, im Sommer meistens bis die Sonne untergeht. „Dann sind wir so müde, dass wir uns nur mehr auf unser Bett freuen“, betont Carolin. Aber trotz der intensiven Arbeit, die der Garten für das Ehepaar Kutzer bedeutet, träumt es davon, später einmal nur mehr Selbstversorger zu sein. Wenn man die beiden kennt, dann weiß man, das sie auch dieses Projekt gemeinsam schaffen werden.

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