Fischers Garten: Naturparadies für Mensch und Tier

„Für mich ist das Biotop wie ein kleiner Alter Rhein“

Kurt Fischer führt als Lustenauer Bürgermeister die Geschäfte in der größten Marktgemeinde Österreichs. Zuhause im Garten führt aber seine Frau Beate das Regiment. Selbst die ureigenste männliche Domäne ist im Hause Fischer Frauensache.

Alles ist ungepflegt. Das Gras ist schon lange nicht mehr gemäht worden. Bis auf ein paar uralte Hochstammbäume erinnert nichts an einen Garten. „Es war eine verwilderte Hoschtat (Anmerkung: Lustenauerisch für Wiese)“, erinnert sich Kurt Fischer an die Anfänge vor 21 Jahren zurück, als die Familie das Haus samt Grundstück erworben hat. Doch das sollte nicht lange so bleiben. Denn seine Frau Beate hatte einen genauen Plan, wie ihr Garten einmal aussehen sollte. „Es war nix da. Es gab nicht einmal Sträucher. Zuerst machten wir deshalb zur Straße hin als Sichtschutz eine Naturhecke“, erzählt die Hausherrin über ihr erstes Projekt. In der Folge zogen Blumen in das 1700 Quadratmeter große Gartenparadies ein. Später folgte ein Gemüsebeet. Es ging alles Schritt für Schritt.

Nacht- und Nebelaktion

Vor mittlerweile sechs Jahren erfüllte sich Beate einen ganz besonderen Traum. In einer Nacht- und Nebelaktion im November ließ sie sich, ohne Wissen ihres Mannes, von einem Bekannten mit einem Bagger ein großes Loch im Garten graben. Wilde Spekulationen waren die Folge. Mancher Passant vermutete bereits, dass in des Bürgermeisters Garten eine Garage gebaut werden sollte. Doch weit gefehlt. Getreu dem Motto „Selbst ist die Frau“ kleidete Beate in Eigenregie das Loch mit einer Steinmauer aus, füllte das ganze mit Wasser, pflanzte neue Blumen und fertig war das Biotop „Marke Eigenbau“. Schon längst hat Kurt seiner Frau den Alleingang verziehen. „Spätestens seit dem heurigen Sommer bin ich froh, dass wir das Biotop im Garten haben. Es ist bis zu 1,90 Meter tief und sorgt selbst bei der momentanen Hitzeperiode für Abkühlung. Für mich ist das Biotop wie ein kleiner Alter Rhein“, schwärmt Kurt von seinem Wasserparadies im eigenen Garten. Und oft, so erzählt er, sitze er am Teich und schaue einfach den Libellen zu.

Paradies für Mensch und Tier

Fischers Garten ist aber nicht nur ein Erholungsraum für Menschen, sondern auch ein Paradies für Tiere. Dort tummeln sich zwei Hunde, drei Indische Laufenten, zwei Hasen und eine Katze. Nicht mitgerechnet sind dabei andere tierische Gartenbewohner wie Igel und die vielen Vögel, die in den Weinstöcken und der begrünten Stadelwand am Haus nisten. Der Einsatz von Gift kommt für Beate nicht nur deshalb auf keinen Fall in Frage. „Mein Garten ist völlig naturbelassen. Ich streue nicht einmal Schneckenkorn.“

Fischers Garten

Arbeiterin und Genießer

Beate ist im Sommer jeden Tag im Garten. „Nicht immer um zu arbeiten, manchmal auch einfach nur, um mich zu entspannen oder ein Buch zu lesen“, betont sie. Die zweifache Mutter legt zwar Wert auf einen gepflegten Garten, aber zupft nicht jedes Unkräutchen weg. Ihr Garten ist kein künstlich geschniegeltes Gebilde, sondern ein liebevoll gestalteter Lebensraum. Überall finden sich selbstgemachte Dekostücke und Eroberungen von verschiedenen Flohmärkten. Und was ist Kurts Aufgabe im Garten? „Ich bin die Arbeiterin und Kurt ist der Genießer“, beschreibt Beate die Aufgabenteilung im Hause Fischer. Doch sie ist ihrem Mann deshalb nicht böse. Denn er hat schließlich als Bürgermeister kaum einmal ein freies Wochenende und da soll er sich zuhause im eigenen Garten entspannen können. Und selbst die ureigenste Männerdomäne, das Rasenmähen, übernimmt bei Fischers die Frau. Mann, ist das ein Leben.

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