Gemeinsam gärtnern im Bahnhofsgarten Bezau

„Gemüseanbau funktioniert auch im Bregenzerwald“

Isabella Moosbrugger ist eine Frau der Tat. Vor knapp zwei Jahren, im Jahr 2013, stellte sie beim Bahnhof Bezau ein vorbildhaftes Gartenprojekt auf die Füße. Inzwischen werden die Beete von sieben Familien, dutzenden Volksschulkindern und der Lebenshilfe betreut bzw. bewirtschaftet.

Die Lage beim Bahnhof Bezau ist einzigartig. Man genießt einen einzigartigen Blick auf das Wälderbähnle und die wunderschöne Bergwelt des Bregenzerwaldes. Im Garten, unterhalb des Bahnhofgebäudes wächst und gedeiht es, dass es eine wahre Freude ist. Die unglaubliche Größe des Weiß- und Rotkohls lässt das Herz eines jeden Hobbygärtners höher schlagen. Rechts hinten, etwas versteckt, leuchtet eine rote Paprika. Und links hinten warten die Kürbisse auf die Ernte. Und beim Garteneingang reifen die Äpfel. Ein Natur- und Genussgarten der Extraklasse. Verantwortlich für dieses Gartenprojekt ist, wie könnte es anders ein, eine gestandene Wälderin. Ihr Name: Isabella Moosbrugger. Sie hat den Bahnhofsgarten im Herbst 2013 initiiert und ist seitdem verantwortlich, dass auf 600 Quadratmetern gärtnerisch gewerkelt wird. Ursprünglich, so erzählt sie, war der jetzige Garten eine nackte Wiese, die ein Bauer zwei- bis drei Mal jährlich gemäht hat. Im Rahmen des Projekts „Familie Plus“ bringt Moosbrugger die Idee für den Gemeinschaftsgarten aufs Tapet. Zusammen mit Baumwart Elmar Rüf zeichnet sie einen Plan. Und siehe da: Die Besitzer des Grundstücks, die Lebenshilfe, die Regio Bregenzerwald und das Land Vorarlberg, geben ihr Okay.

Vom Acker auf den Teller

Der Bahnhofsgarten gilt inzwischen als gärtnerisches Vorzeige-Projekt. Die insgesamt sieben Gartenbeete werden von einer oder mehreren Personen betreut. Miete müssen sie dafür keine bezahlen. Es wird gemeinsam gegraben, gepflanzt, geerntet und aufgeräumt. Doch damit nicht genug. 30 bis 40 Schüler helfen auf freiwilliger Basis ganzjährig bei der Gartenarbeit mit. „Bei uns können Kinder in die Gartenwelt hineinschnuppern. Sie bekommen mit, wie das Gemüse vom Acker auf den Teller kommt. Und das ohne Pestizide. Sie lernen einen wertschätzenden Umgang mit der Natur“, erklärt Moosbrugger. Jeden Mittwoch, von 9 bis 11 Uhr, sind die Kids im Einsatz. Beim Bahnhofsgarten-Projekt ist auch die Lebenshilfe, die unmittelbar neben dem Bahnhof ihre Werkstätte hat, eingebunden. Barbara Fink, Leiterin der Werkstätte, ist von ihren Nachbarn begeistert. „Wir erfreuen uns an der Aussicht und fungieren gerne auch als Gastgeber.“

Herz und Kopf

Isabella Moosbrugger ist das Herz und der Kopf des Gartenprojektes. Ohne ihre Leidenschaft und ihr Herzblut wäre der Bahnhofsgarten wohl schon wieder Geschichte. Allein im letzten Sommer war die „Wühlmaus“ insgesamt 180 Stunden im Einsatz. Und sie ist berechtigt auch ein bisschen Stolz, dass ihr „Kind“ zwei Jahre nach der Geburt prächtig wächst und gedeiht. Aber eine Sache freut se ganz besonders. „Wir haben bewiesen, dass der Gemüseanbau im Bregenzerwald funktioniert.

Der Bahnhofsgarten Bezau

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