Besseres Gemüse aus dem eigenen Garten

Paul Metzler Darko Todorovic

Paul Metzler, Gärtnerei Metzler in Ludesch

So baust Du dir dein Gemüse richtig an

Säen und Ernten ist schon eine befriedigende Sache, vorausgesetzt, es gelingt. Im Gartenbeet läuft die Saison schon und es ist höchste Zeit, aktiv zu werden. Wer Gemüse richtig anbaut, spart sich später Ärger und Mühe.

Wie bei vielen Dingen macht eine gute Vorbereitung viel aus, um übers Jahr immer etwas erntbares vorzufinden. Je mehr Faktoren dabei berücksichtigt werden, desto besser: Im Vordergrund steht die Überlegung: Soll einfach ein bisschen genascht werden können, ist Gemüse also hauptsächlich für den Frischverzehr gewünscht? Oder soll die ganze Familie übers Jahr versorgt werden?

Lust- oder Versorgungsgärtner

Für die kleine Variante reichen 10-15 m² pro Person aus. In diesem Fall kommt man mit ein paar Gemüsebeeten aus, eventuell sogar ein paar geräumige Töpfe auf dem Balkon und hat dennoch viel Freude. Gemüse gedeiht in voller Sonne am besten. Ein flaches, südseitiges Fleckchen eignet sich dazu; vorausgesetzt, der Boden ist fruchtbar. Schwere, verdichtete Böden – was leider auf Baugründen oft der Fall ist – müssen zuerst gelockert werden.

Wenn Sie über die Jahre regelmäßig Kompost in den Boden einarbeiten und den Boden bedeckt, sprich gemulcht halten, brauchen selbst problematische Böden nur anfangs tiefgründig umgestochen werden. Danach reicht es, mit der Grabgabel oder einen Sauzahn zu lockern.

Unterstützendes Durcheinander

Die optimale Fruchtfolge ermöglicht, bei der Düngung zu sparen und hält den Boden gesund. Mischkultur oder die Vier-Tracht-Wirtschaft, wie soll ich nun den Garten anlegen? Wenn sich Nachbarn gut vertragen und einander unterstützen, ist das für alle förderlich – das gilt auch fürs Gartenbeet. Wer hier die passenden Kulturen nebeneinander setzt, kann eine positive Wirkung erzielen. Gerade in kleinen Gärten lassen sich mit dem Konzept der Mischkultur vorhandene Flächen optimal ausnutzen, und der Boden bleibt während der ganzen Vegetationszeit bedeckt. Darüber hinaus wird Bodenermüdung vermieden, Krankheiten und Schädlinge, die meist auf bestimmte Arten spezialisiert sind, können sich schwerer etablieren, und bestimmte abgegebene Duftstoffe halten Schädlinge und Krankheiten ab.

Karotten haben so zum Beispiel einen positiven Einfluss auf alle Laucharten, denn sie halten die Lauchmotte fern. Zwiebel und Lauch hingegen vertreiben die Karottenfliege, windige Lagen sind hier auch von Vorteil. Knoblauch sagt man nach, dass er seine Nachbarpflanzen vor Pilzkrankheiten schützt. Gute Nachbarn im Gemüsebeet sind zum Beispiel Buschbohnen-Rote Rüben-Bohnenkraut; Gurken-Dill; Karotten-Lauch und Zwiebeln-Majoran; Kohlgewächse-Buschbohnen; Salat-Radieschen-Kohlrabi; Sellerie-Lauch; Tomaten-Neuseeländerspinat (im Gewächshaus).

Ein häufiger Fehler in der Mischkultur ist der zu enge Stand der Pflanzen. Achte deshalb schon bei der Pflanzung darauf, welche Größe die einzelnen Kulturen erreichen können, sofern es sich nicht um Zwischenkulturen handelt, die bereits geerntet sind, bevor die Hauptkultur wirklich groß wird. Das bedingt aber wie anfangs erwähnt mehr Planung, will man auf die gleichen Erntemengen kommen.

Geordnete Wechselflächen

Bei der Vier-Tracht-Wirtschaft wird hingegen jährlich das Beet gewechselt. Im ersten Jahr, nach einer kräftigen Kompost- oder Düngegabe mit gut abgelagertem Stallmist setzt man Pflanzen mit großem Nährstoffbedarf. Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Kraut aber auch Lauch und später Sprossenkohl kommen auf dieses Beet. Im Folgejahr pflanzen wir dort Gemüsearten, mit weniger Nährstoffbedarf, zum Beispiel Kürbis, Fenchel, Kohlrabi, Karotten, Sellerie, Melonen und Kürbis schnellwüchsiges Frühkraut, Fenchel, Spinat, Zuckermais, Zwiebel usw. Im dritten Standjahr finden nun Salate, Radieschen, Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte die idealen Nährstoffvoraussetzungen. Und im vierten Jahr nach der großen Kompostgabe regeneriert sich der Boden durch eine Gründügung. Diese sollte auch einen Leguminosenanteil beinhalten, um Stickstoff mittels der an den Wurzeln haftenden Knöllchenbakterien aus der Luft zu sammeln. Eine umgehende Gründüngungseinsaat auf freigewordenen Flächen hält den Boden bedeckt und die vorhandenen Nährstoffe verfügbar.

Beide Varianten, Mischkultur oder Vier-Tracht-Wirtschaft, haben im Hausgarten ihre Berechtigung, ganz nach dem Geschmack der Gartenbesitzer. Ach ja, Setzlinge und Sämereien gibt’s in guter Auswahl beim Gärtner.

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