Gemüse richtig einlagern: So wirst du zum Selbstversorger

Gemüse richtig einlagern: Tipps für Selbstversorger

Gemüse, Kräuter und Obst fallen zur Haupterntezeit oft in so reicher Menge an, dass man unmöglich alles frisch verwerten kann. Außerdem möchten ja auch viele Hobbygärtner zu Selbstversorgern während des ganzen Jahres werden. Denn gerade im Winter ist die Ernährung der Familie mit gesunden vitaminreichen Gartenfrüchten wichtig.

Dafür stehen verschiedene Lager- und Konservierungsmethoden zur Wahl, die alle ihre Vorteile besitzen. Wichtig ist, dass nur einwandfreie und aussortierte Früchte oder Gemüse zur Lagerung verwendet werden. Sie sollten ohne Krankheiten und ohne Schädlinge sowie ohne Fäulnisstellen sein. Ernten Sie an trockenen Tagen, denn nasses Gemüse oder Obst fault schneller.

Frostfreie Keller

Die Lagerung im Keller gelingt am besten in alten Häusern, wo der Fußboden aus gestampftem Lehm oder Ziegelsteinen besteht. Der Raum sollte frostfrei aber kühl sein und genügend Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff besitzen. Solche Keller sind heutzutage eine Seltenheit. Sie können sich in betonierten Räumen mit Kisten behelfen, die mit Sand oder feuchtem Torf gefüllt werden. Darin schlagen Sie Karotten, Sellerie, Randig, Rettich usw. ein. Die Blätter werden vorher entfernt. Nur ein kleiner Herztrieb sollte erhalten werden.

Unter 5 °C bleibt das Wachstum jeder Pflanze stehen, steigt die Temperatur hö­her, beginnt der Organismus wieder zu arbeiten. Viele unserer Gemüsepflanzen kommen aus küstennahen Gebieten Europas. Kohlge­müse, Sellerie, Karotten, Lauch, Petersilie und Randig stammen aus dem Mittelmeergebiet. Ih­re Ruhezeit ist nicht sehr rigoros, sie wird geprägt durch kühle Temperaturen, die selten tief unter den Gefrierpunkt fallen und regnerisch trüben Wetter. Steigt die Temperatur etwas an, wachsen sie auch im Winter weiter. In unseren beheizten Kellern können sie also keine Ruhe finden. Zwiebeln lieben hingegen kühle Temperaturen bei Trockenheit.

Nicht sauber schrubben

Zum Wachstum brauchen Pflanzen Licht und Wasser. Im Wachstum verbrauchen die Speicherorgane wie Rüben oder Blattköpfe die im Sommer emsig gesammelten Reservestoffe sehr rasch, die Qualität des Gemüses nimmt rapide ab. Die Gesundheit des Lagergemüses wird auch durch verschiedene Pilze bedroht. Sauberkeit beim Einlagern ist oberstes Gebot. Fleckige, angefaulte oder beschädigte Teile sollten am besten gleich verbraucht werden. Erdreste können aber an Wurzeln haften bleiben, sie schützen vor Austrocknung. Auf keinen Fall darf man die Teile sauber schrubben, sonst wird die schützende Oberhaut verletzt.

An Strünken zusammenbinden

Feste, gesunde Kohlköpfe können an den Strünken zusammengebunden und kopfüber in Kellerräumen aufgehängt werden. Äpfel und Birnen legt man auf einen luftigen Lattenrost. Die Schichten sollten nicht zu hoch sein. In trockenen Kellern können Äpfel und Birnen auch in Foliensäcken, die gelocht sein müssen, gelagert werden. Auch die Schweizer Styroporkiste eignet sich dazu. In dieser Kiste kann auch auf dem Balkon gelagert werden.
Wurzelgemüse, wie Karotten, Sellerie oder Randig kann auch in einer Miete im Frühbeet eingeschlagen werden. Solche Mieten werden mit einem dicken Mantel aus Laub, Stroh oder Erde abgedeckt. Diese Mieten müssen immer wieder kontrolliert werden, ob nicht auch Mäuse diesen Vorrat gefunden haben.

Aber nicht nur diese Mieten sondern auch, die im Keller gelagerten Vorräte müssen auf jeden Fall regelmäßig kontrolliert werden. Sortieren Sie alle faulen Früchte aus. Sie stecken sonst die anderen an. Bedenken Sie immer, dass gelagertes Obst und Gemüse keine tote Ware ist. Der Stoffwechsel ist nur stark reduziert. Deshalb sind Feuchtigkeit und Sauerstoff wichtig für die Erhaltung der Lebensfunktionen. Nur bei guter Lagerung wird der Abbauprozess gebremst und die wichtigen Vitamine und Mineralstoffe bleiben bis zum Verzehr erhalten.

Gartenfrüchte einfrieren

Weitere Möglichkeiten zur Erhaltung der Vorräte bietet das Einfrieren und ist heute eine moderne Methode. Ein praktischer Tipp zum Einfrieren: Packen Sie die Portionen nur so groß, wie Ihre Familie sie für eine Mahlzeit benötigt. Frieren Sie nur ein, was unter diesen eisigen Bedingungen auch sein Aroma und seine Form beibehält.

Zwiebeln und Knoblauch können zu Zöpfen geflochten und in trockenen Räumen aufgehängt werden. Auch das Einlegen in Salz und Essig gehört zu den bewährten Methoden aus Großmutters Zeiten und ist geeignet, Vorräte anzulegen. Auch das Trocknen ist eine uralte Konservierungsmethode, die auch heute noch ihre Vorteile hat. Dabei wird den Pflanzen oder Früchten nur das Wasser entzogen. Die wertvollen Vitamine und Inhaltsstoffe werden geschont.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Ernten und hoffe, dass Du auch einige Vorräte für die Wintermonate anlegen kannst.

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