Gespinstmotten: Methoden zur Bekämpfung

Gespinstmotten: Das hilft gegen den Schädling

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Thomas Winder, Pflanzen-Center Winder, Dornbirn

Die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinella) schädigt in erster Linie Apfelbäume, kann aber auch an Kirschen und Zwetschken auftreten. Ihre Häufigkeit reicht von einzelnen Befallsherden pro Baum bis zum großflächigen Kahlfraß der Blätter. Der Baum schafft es zwar zu einem Neuaustrieb, der Blattverlust schwächt den Baum jedoch massiv und führt zur Ertragseinbußen, auch in den Folgejahren.

Entwicklung der Tiere

Um die Blütezeit treten die nur wenige Millimeter großen Schmetterlingsraupen erstmalig in Erscheinung. Sie minieren Blätter was immer wieder zur Braunfärbung der Blattspitzen führt.

Die Raupen rotten sich dann an den Triebspitzen zusammen und bilden immer dichter werdende Gespinste aus. In deren Schutz fressen die kleinen Raupen ungestört bis zum Juni, wo sie sich verpuppen. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen aus den Puppen kleine Schmetterlinge mit rund 2 cm Flügelspannweite. Sie sind gut an ihren gesprenkelten Vorderflügeln zu erkennen.

Von Juli bis August fliegen die Apfelgespinstmotten dann herum, paaren sich und legen Eier an dünnen Zweige der Obstbäume ab. Im Herbst schlüpfen die kleinen Raupen, bleiben aber unter einer Schutzsichte aus Sekret verborgen. Erst im Frühjahr beginnt das Spiel von Neuem, wenn die Raupen ihren Minierfraß von neuem beginnen. Die Apfelgespinstmotte bringt pro Jahr nur eine Generation hervor.

Was kann man jetzt tun?

Die Tiere werden meist erst entdeckt, wenn sich deutliche Gespinste gebildet haben. Momentan sieht man diese an vielen Obstgehölzen. Diese feinen Netze lassen kein Pflanzenschutzmittel an die Raupen heran, so dass nur das mühsame händische Entfernen der Gespinste hilft.

Im Hausgarten lassen sich Gespinste mit einem harten Wasserstrahl vom Baum spritzen, wobei aber meist auch viele Früchte und Blätter verloren gehen. Die Raupen am Boden sollen vernichtet werden, sonst wandern sie wieder auf den Baum. Leimringe am Stamm verhindern den Neuaufstieg zuverlässig.

Vorbeugung

Mit Lockstofffallen können männliche Falter im Sommer gefangen werden, wodurch die Population verkleinert wird. Auch der Winterschnitt inklusiv genauer Kontrollen der Bäume trägt zur Reduktion des Befalls bei. Gab es dieses Jahr starken Befall, kann im Frühjahr kurz vor der Blüte mit einem nützlingsschonenden Pflanzenschutzmittel gegen die Junglarven vorgegangen werden (z.B. Neem, Xentari). Durch genaue Kontrollen können erste Anzeichen aber auch händisch entfernt werden, sofern kleinkronige Bäume im Garten stehen.

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