Jung-Gärtnerin misst sich mit europäischer Elite

„Mein Garten bräuchte etwas mehr Pflege“

Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin
Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin
Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin
Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin
Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin
Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin
Theresia Felder Gärtnerei Huschle Dornbirn Gärtnerin

Theresia Felder (18) von der Gärtnerei Huschle in Dornbirn geht beim europäischen Berufswettbewerb Anfang August 2014 in Oeschberg in der Schweiz für Österreich ins Rennen. minGarta sprach mit der Andelsbucherin über ihre Leidenschaft fürs Gärtnern, die Faszination des Gärtnerberufs und warum man sich in ihrem Beruf nicht vor Spinnen fürchten sollte.

minGarta: Wer erledigt bei dir zuhause die Gartenarbeit?
Theresia Felder: Großteils ich. Wir haben daheim ein kleines Glashaus. Dort ziehe ich Setzlinge. Aber ich bin ehrlich gesagt froh, dass meine Mutter gerne im Garten mithilft. Zum Beispiel wenn es regnet, sammelt sie die Schnecken ein. Wenn ich am Abend nach Hause komme, bin ich nicht beleidigt, wenn im Garten nichts mehr erledigt werden muss.

Was wächst in deinem Garten?
Felder: Alles Mögliche. Ich habe einen Bauerngarten mit Apfelbäumen, aber auch Stauden, einjährige Balkonpflanzen und ein wenig Gemüse.

Würde dein Garten bei einem Wettbewerb einen Preis gewinnen?
Felder: Mein Garten bräuchte dafür etwas mehr Pflege.

Was heißt „mehr Pflege“?
Felder: Du weißt ja, eigenes Handwerk leidet Not. Pensionisten haben da viel mehr Zeit, um an jedem einzelnen Blümchen zu zupfen. Das geht bei mir alles sehr schnell und sauber mit der Heckenschere. Und dann ist wieder eine Weile Ruhe.

Mann oder Frau: Wer hat das bessere Gespür fürs Gärtnern?
Felder: Das kann man nicht so einfach sagen. Es gibt sehr viele männliche Kunden, die sich zum Beispiel beim Gemüse hervorragend auskennen. Und umgekehrt gibt es diese Experten bei den Frauen auch.

Woher kommt deine Leidenschaft fürs Gärtnern?
Felder: Meine Mama hatte zuhause schon immer einen Garten. Und ich denke, dass ich die Leidenschaft von ihr übernommen habe.

Was macht die Faszination des Gärtnerberufs für dich aus?
Felder: Jede Jahreszeit ist anders. Es wird einem nie langweilig. Im Frühling haben wir Schnitttulpen aus der eigenen Produktion. Im Frühsommer kommen dann die Balkonblumen. Im Herbst gibt es den Herbstzauber und im Winter die Gestecke und Adventskränze. Jede Jahreszeit hat ihre besonderen und schönen Reize. Und jeden Tag gibt es etwas Neues zu tun.

Welche Eigenschaften muss ein Gärtner bzw. eine Gärtnerin für den Beruf mitbringen?
Felder: Das Um und Auf ist die Liebe zum Beruf. Denn Gärtnern ist gar nicht so ohne. Es gilt viele Pflanzennamen und -krankheiten zu lernen. Wenn sich jemand dafür so gar nicht interessiert, dann ist der Gärtnerberuf richtig zäh. Man darf auch nicht zimperlich sein und bei jeder kleinen Spinne einen Schreianfall bekommen.

Wo holst du dir deine Ideen?
Felder: Von anderen Betrieben, Ausstellungen und Gartenzeitschriften.

Ist für dich Garten privat Entspannung oder Arbeit?
Felder: Sowohl als auch. Am Sonntag ist es Entspannung und unter der Woche Arbeit.

Du kommst aus Andelsbuch. Warum hast du dich ausgerechnet für eine Lehre bei der Gärtnerei Huschle in Dornbirn entschieden?
Felder: Mir hat die Vielfalt sehr gut gefallen. Die Gärtnerei Huschle ist floristisch und gärtnerisch top. Ich kann hier Beides machen. Da wird mir nie langweilig. Der Gärtner hat während der Wintermonate eher eine eintönige Arbeit und der Florist hingegen Hochbetrieb.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was für einen Garten würdest du dir privat anlegen?
Felder: Das ist eine gute Frage. Ich hätte sicher einen Naturschwimmteich und jemanden, der ihn für mich reinigt. Denn so ein Teich gibt richtig viel Arbeit.

Anfang August ist der europäische Berufswettbewerb für die Gärtner. Er findet dieses Mal in Oeschberg in der Schweiz statt. Mit welchen Erwartungen fährst du dorthin?
Felder: Ich will mich auf keinen Fall blamieren. Ich freue mich darauf, mich mit Gärtnern aus anderen Ländern messen zu können. Mich interessiert, wie die gärtnerisch drauf sind. Jedes Land hat seine Gartenkultur.

Wie bereitest du dich auf den Wettbewerb vor?
Felder: Richtig vorbereiten tut man sich das ganze Jahr. Es ist einfach wichtig mit offenen Augen durch den eigenen Betrieb zu gehen und Gartenzeitschriften zu studieren. So wirklich trainieren bzw. sich vorbereiten kann man sich aber nicht.

Du weißt also nicht, was für Aufgaben auf dich zukommen?
Felder: Ich weiß, dass es einen floristischen, einen landschaftsgärtnerischen und einen theoretischen Teil gibt. Beim österreichischen Wettbewerb mussten wir eine Schale setzen, einen Strauß binden und ein Gesteck machen. Beim landschaftsgärtnerischen Teil haben wir nach einem vorgegebenen Plan auf einem Feld einen Rollrasen gelegt, einen Weg gepflastert, einen Baum und eine Hecke gesetzt und ein Beet angelegt. Und zum Schluss gab es einen Multiple-Choice-Test.
Wir danken für das Gespräch und wünschen dir viel Erfolg.

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