Junikäfer: Die Brummer sind los!

Die Junikäfer sind los

Derzeit wird man mancherorts in der Abenddämmerung im Garten oder beim Spaziergang von dicken Brummern umschwirrt.

Es handelt sich dabei um Junikäfer (Amphimallon solstitiale), auch Kleiner Maikäfer oder Gerippter Brachkäfer genannt. Dieses Spektakel wird in Kürze vorbei sein, denn die Hauptflugzeit dieser Käfer ist – wie ihr Name sagt – im Juni. Jetzt paaren sich die Käfer, dann folgt die Eiablage und danach sterben die Tiere ab. Die Entwicklungszeit der Larven dauert 2-3 Jahre, also ein Jahr weniger als beim Maikäfer. Die Engerlinge der beiden Arten lassen sich äußerlich kaum unterscheiden.

Sonnenbegünstigte Stellen

Junikäfer werden 1,4 bis 2 cm groß, ihre Flügeldecken sind hellbraun gefärbt, ebenso Halsschild und Kopf, sie sind leicht behaart. Gerade die männlichen Tiere sind es, die Ende Juni für wenige Tage Bäume, Sträucher und andere Strukturen umschwirren, die Weibchen bleiben eher am Boden. Nach der Paarung legen sie bevorzugt an sonnenbegünstigten Stellen etwa 40 Eier an der Bodenoberfläche oder mehrere Zentimeter versenkt in die Erde ab. Bereits nach drei Wochen schlüpfen die Engerlinge. Sie ernähren sich von den Wurzeln von Gräsern und Kräutern, zum Teil auch von denen junger Sträucher und Bäume. Im Einzelfall kann es dabei zu Schädigungen der Pflanzen kommen. Dennoch ist eine Bekämpfung dieser Tiere in den wenigsten Fällen erforderlich.

Berieselung mit Wasser

Verhindern kann man die erfolgreiche Eiablage durch Berieselung der trockenen Flächen mit Wasser, denn nasse kühle Flächen werden von den Weibchen eher gemieden. Während der Flugzeit sollte die Vegetation auch nicht abgemäht werden, dann ist es für die Käfer schwieriger ihre Eier in den Boden abzulegen. Wird das Gras nach der Flugzeit kurz abgeschnitten, so werden viele der Eier vertrocknen und sie werden leichter zur Beute verschiedener Fressfeinde.

Vögel und Igel wissen genau, wo sich die Engerlinge aufhalten. Gezielt stochern sie im Boden, um diese Leckerbissen aufzustöbern. Gerade Igel hinterlassen dabei oft kleine, trichterförmige Löcher in der Erde die so manchem Gartenbesitzer auffallen.

Klaus Zimmermann, inatura

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