Karin die Wühlmaus erwacht!

Hallo liebe Gartenfreunde!

Es liegt Frühling in der Luft und mein Gärtnerinnen-Instinkt ist wieder voll erwacht. Voll ausgeprägt zeigt er sich vor allem, wenn ich mein Revier ablaufe, mit gesenktem Kopf, um penibelst alle Stellen genau zu begutachten.

An manchen stillen Ecken findet sich Herbstlaub, lautlos vor sich hinrottend. Die ersten Unkräuter zeigen sich und strecken ihre Köpfe vorwitzig gegen die Sonne. Sogar auf den Kieswegen, wo Gräser von mir absolut nicht geduldet werden, erobert das Unkraut bereits immer mehr Stellen, wohl hoffend, dass ich vor einer Übermacht zurückschrecken würde.

Wenn die sich nur nicht mal irren! Der Teich mit den Kois hat einen dichten Algenteppich und vereinzelt zeigen sich noch verdorrte Überreste von abgestorbenen Randzonen-Pflanzen. Im hinteren Bereich, direkt an der weißen Abgrenzungsmauer, haben es sich hunderte von hinfaulenden Zwergäpfeln gemütlich gemacht.

Kurzum: Es sieht auf dem gesamten Gelände mehr oder weniger übel aus und bedarf dringlichst meiner geübten Gartenhände. Entschlossen öffne ich die Schublade der alten Kommode in der Pergola vor der Haustüre und hole zum ersten Mal in diesem Jahr das Gartenwerkzeug an die frische Luft, packe es in die dafür vorgesehene Bauchtasche und lege los. Da kommt Freude auf! Frühling ich komme!

Liebe Gartenfreunde, als „Karin die Wühlmaus“ werde ich nun regelmäßig aus meinem eigenen Garten berichten. Freue mich schon darauf! So quasi als Einstandsgeschenk greife ich heute auch noch in die Literaturkiste und zaubere euch ein Frühlingsgedicht von Annette von Droste-Hülshoff heraus. Sie hat übrigens nicht weit von hier, im traumhaft schönen Meersburg, direkt am Bodensee, gelebt.

Frühlingsgedicht

Der Frühling ist die schönste Zeit! 
Was kann wohl schöner sein? 
Da grünt und blüht es weit und breit 
Im goldnen Sonnenschein. 
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee, 
Das Bächlein rauscht zu Tal, 
Es grünt die Saat, es blinkt der See 
Im Frühlingssonnenstrahl. 
Die Lerchen singen überall, 
Die Amsel schlägt im Wald! 
Nun kommt die liebe Nachtigall 
Und auch der Kuckuck bald. 
Nun jauchzet alles weit und breit, 
Da stimmen froh wir ein: 
Der Frühling ist die schönste Zeit! 
Was kann wohl schöner sein?
Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

 

 

 

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