Maikäfer: So bekämpfst Du Engerlinge im Garten erfolgreich

Heuer droht im Walgau ein Massenflug von Maikäfern

Auch heuer ist im Walgau wieder mit einem Massenflug der Maikäfer (Melolontha melolontha) zu rechnen. Die ersten wurden bereits gesichtet und nach dem späten Wintereinbruch erwarten wir eine größere Anzahl. Maikäfer schwärmen am liebsten während der Abendstunden an Waldrändern oder markanten Einzelbäumen. In die Gärtnereien stürmen bereits besorgte Kunden, die den Engerlingfraß fürchten und eine Lösung des Problems erhoffen.

Was ist ein Engerling?

Engerlinge heißen die Larven der so genannten „Blatthornkäfer“, zu denen neben dem Maikäfer auch Gartenlaubkäfer, Junikäfer, Gold-Rosenkäfer, Pinselkäfer und einige andere zählen. Engerlinge sind in der Regel weißlichgelb, haben eine verhärtete Kopfkapsel und meist recht lange Brustbeine: Der Hinterleib ist am Ende verdickt und gekrümmt.

Nicht alle Engerlinge machen Schäden. Probleme bereiten können die Engerlinge von Waldmaikäfer, Feldmaikäfer, Junikäfer, Gartenlaubkäfer.

Wie leben Waldmaikäfer, Feldmaikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer?

Die Käfer legen nach einem Reifungsfraß an Laubbäumen und der Paarung ihre Eier in den Boden. Sie meiden dabei dichte, hoch bewachsene Flächen aber ebenso völlig bewuchsfreien Boden. Ein kurz geschnittener Rasen in einer warmen, nicht zu trockenen Lage ist daher ideal für die Eiablage.

Die aus den Eiern schlüpfenden Engerlinge machen im Boden eine 1-5-jährige Entwicklung durch, wobei sie von Wurzeln leben und dabei gerade in Rasenflächen, aber auch in Obstanlagen und Baumschulen, große Schäden verursachen können.

Nach dem Ende der Larvenzeit schlüpfen aus dem letzten Engerlingsstadium die erwachsenen Käfer, die wiederum einen Reifungsfraß an Laubbäumen durch machen und sich paaren.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden?

  • Wiesen mit dichtem Bewuchs strahlen weniger Wärme ab und locken so weniger Maikäfer an als kurzgemähtes Gras oder offenen Böden.

  • Bodenbearbeitung bei trockenem Boden durch Fräsen. UV-Strahlung und mechanische Beeinträchtigung reduzieren die Engerlinge bis zu 90 %.

  • Kulturschutznetze: den Boden bei empfindlichen Kulturen (Gemüse, Obstbäume, Rasen,…) zur Flugzeit der Maikäfer mit käfersicheren Netzen abdecken (Insektenschutznetze) um die Eiablage zu verhindern. Die Netze müssen früh genug ausgebreitet werden.

  • Abschütteln und Absammeln der Käfer am Morgen, solange sie durch die tiefen Temperaturen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Maikäfer sind ein prima Hühnerfutter!

  • Pflanzenschutzmittel gegen Maikäfer, die für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sind u.a.:

Spruzit Schädlingsfrei (Reg Nr. 3141/0) gegen Käfer

Compo Triathlon Universal Insekten-frei AF (Reg Nr. 3154/902) gegen Käfer

Schädlingsfrei Careo (Reg Nr. 3227/0) gegen Käfer

Lizetan AF Orchideen Schädlingsfrei (Reg Nr. 3237/901) und Neem AZAL /TS (Reg Nr. 2699/0) gegen Eier und junge Engerlinge der Maikäfer.

Für die Anwendung durch Profis mit Pflanzenschutz-Sachkundeausweis:

  • Einarbeiten von Melocont-Pilzgerste (Reg.Nr.: 3716/0) in den Boden, um die Engerlinge mit dem insektenpathogenen Pilz Beauveria brongniartii zu infizieren. Besonders gut eignet sich diese Methode für feuchte Gebiete wie beispielsweise Alpentäler. Die Melocont-Pilzgerste hat keine Zulassung für Haus- und Kleingärten. Es muss auch vorbestellt und in den Boden eingearbeitet werden.

  • Bodenbehandlung vor dem Anbau empfindlicher Kulturen mit dem Insektizid Agritox (Reg.Nr. 1797/0). Zuerst wird das Mittel gespritzt und dann in den Boden eingearbeitet. Auch hier fehlt die Zulassung für den Haus- und Kleingarten.

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