minGarta bei Heinz Schatzmann: Wenn Bonsai auf Fuchsie trifft

Wahre Liebe: Wenn Bonsai auf Fuchsie trifft

Heinz Schatzmann aus Nofels ist von einem Virus befallen. Aber keine Angst: Es ist viel harmloser als es klingt. minGarta hat den „Infizierten“ besucht und den begeisterten Bonsai- und Fuchsienzüchter auf einem Rundgang durch sein Paradies begleitet.

Im Sommer auf Urlaub fahren? Diesen Luxus leistet sich Heinz Schatzmann nur ganz selten. Zwei Tage hat er sich heuer erst gegönnt. Mehr, so sagt der Gartenfreund, sei für andere, die in der Zwischenzeit seinen Garten in Schuss halten müssten, nicht zumutbar. „An einem heißen Sommertag bekommen meine Pflanzen bis zu 400 Liter Wasser täglich. Das ist ganz schön viel Arbeit“, betont Schatzmann. Wobei der rüstige Pensionist betont, dass für ihn der Garten eigentlich keine Arbeit sei. Er liebt sein grünes Paradies und verbringt dort fast seine gesamte Freizeit.

Heimischer Wald im Kleinformat

Angefangen hat seine große gärtnerische Leidenschaft im Jahr 1987. Damals hat er sich ein kleines Bonsai-Pflänzchen angeschafft. Doch dabei blieb es aber nicht. Die Begeisterung für die fernöstliche Gartenkunst wurde größer und größer. Inzwischen ist seine Sammlung auf über 50 Bäumchen angewachsen. „Ich habe alle Bäume, die bei uns im Wald wachsen, im Kleinformat in meinem Garten“, erzählt Schatzmann, der Vizeobmann des Vorarlberger Bonsai-Clubs ist, stolz. Und ist die Bonsaizucht ein teures Hobby? „Nein. Denn ein Bonsaizüchter kauft selten ein fertiges Bäumchen, sondern nur kleine Pflänzchen, die er selber zieht.“ Und woher bezieht er seine Ware? “ Die meisten Pflänzchen, dünn wie Bleistifte, habe ich vom Forstpflanzgarten oder aus der Gärtnerei.“ Aber es braucht doch viel Zeit, um die Bonsai in Form zu halten? „Allerdings. Bei der Zuckerhutfichte  muss jeder einzelne Trieb abgezupft bzw. abgeschnitten werden. Da ist man leicht einen halben Vormittag beschäftigt.“

160 Fuchsien-Sorten von „Vorarlberg bis „Elfriede Ott“

Wer glaubt, dass Bonsais Schatzmanns einzige Leidenschaft sind, täuscht sich. Der vielfach ausgezeichnete Gartenbesitzer hat ein vielleicht noch größeres gärtnerisches Hobby für sich entdeckt. Er züchtet und sammelt Fuchsien. In seinem Garten sind es inzwischen 160 verschiedene Sorten, darunter namhafte Exempalre wie die „Vorarlberg“ oder die „Elfriede Ott“.  „Es ist wie ein Virus, es werden immer mehr und mehr“, erzählt der große Freund der Nachtkerzengewächse. Fuchsien haben nicht gerne volle Sonne, erklärt Schatzmann. „Sie lieben gesiebte Sonne, unter einem Baum oder einem Strauch.“

Überwintern im Keller

Im Herbst übersiedeln die Pflanzen bei fünf bis zehn Grad plus in seinem Keller. Davor werden sie radikal zurückgeschnitten und alle Blätter entfernt. Gibt es auch winterharte Fuchsien? „Ja. Die müssen aber im Garten eingepflanzt werden.“ Und wen wundert’s, Schatzmann hat zuhause auch einen Fuchsien-Bonsai. „Der ist über 40 Jahre alt: Ich habe ihn von meiner Mutter übernommen. Er ist quasi ein Erbstück.“

Ein Rundgang durch Heinz Schatzmanns Garten ist ein Erlebnis. Und wer etwas über Fuchsien bzw. Bonsai wissen will, der sollte sich am besten an ihn wenden.

Fuchsien-Freund Heinz Schatzmann

Zu Besuch beim Bonsai-Mann

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