Perfekte Harmonie: Gemüse und Kräuter

Perfekte Harmonie: Gemüse und Kräuter

Hohengartner Helmut

Helmut Hohengartner, Gärtnerei Ludescher, Klaus

Gemüse und Kräuter passen bestens zusammen. Die einen bestechen durch ein schnelles Wachstum. Die anderen durch ihre Abwehrkraft. Die meisten Kräuter produzieren unermüdlich ätherische Öle und andere Schutzstoffe.

Diese Duftwolke schützt nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Nachbarn. In Mischkulturen aber auch bei der Permakultur wird dieser positive Effekt bewusst genutzt. Dieser verbesserte Wuchs liegt an den Stoffen, die von den Pflanzen in den Boden oder in die Luft abgegeben werden. Beispielsweise fördert Basilikum das Wachstum von Gurken, Tomaten und Paprika. Bohnen lieben die Nachbarschaft von Bohnenkraut. Zudem lieben Gurken und Salat die Gesellschaft von auf Dill, nicht nur am Teller. Kresse verbessert den Geschmack von Radieschen. Tagetes und Ringelblumen schützen vor Nematoden und verbessern den Boden.

Bei der Mischkultur geht es aber nicht nur um Pflanzengesundheit. Viele Hobbygärtner möchten einfach Platz, Licht, Wasser und Nährstoffe optimal nutzen. Für den Boden ist es ebenfalls besser, wenn er bewachsen ist. So bleibt er beschattet und krümelig. Zudem können unterschiedliche Entwicklungsgrade und Erntezeitpunkte ausgenutzt werden. Es ist außerdem recht praktisch, mit dem Gemüse gleich das richtige Würzkraut zu ernten. Soll die Nachbarschaft gut funktionieren, brauchen die Pflanzen ausreichenden Platz – selbst, wenn sie sich mögen!

Auch umgekehrt wird dieser Effekt genutzt. Thymian, Salbei und andere mediterrane Kräuter mit viel ätherischem Öl halten so manche Pflanze auf Abstand, weil sie über ihre Wurzeln keimhemmende Stoffe abgeben. Zahlreiche Kräuter vermindern auch den Schädlingsdruck oder wirken gegen Pilzkrankheiten. So beugt z. B. Knoblauch Pilzkrankheiten an Erdbeeren vor und hält sogar die Möhrenfliegen fern.
Manchmal dienen Mischkultur-Pflanzen auch als Köder und verschaffen den Kulturpflanzen mehr Ruhe. So siedeln sich schwarze Bohnenläuse mit Vorliebe auf Kapuzinerkresse an.

Kräuter duften aber nicht nur das Gemüse gesund. Mit ihren Blüten locken sie Bienen und nützliche Insekten an. Je artenreicher ein Garten ist, desto vielfältiger sind auch die Gäste wie Florfliegen-, Gallmücken- und Schwebfliegen-Larven oder Marienkäfer. Deshalb sollten Kräuter auf keiner Terrasse und in keinem Garten fehlen.

Ing. Helmut Hohengartner, Gärtnerei Ludescher

Zur Startseite
Kommentare ausblenden

Kommentar hinterlassen

oder