Katzenmeyers verwunschener Zaubergarten

Im Garten der wundersamen Gestalten

Vermutlich unvergessen bleibt jedem der Besuch bei der Familie Katzenmeyer in Meiningen. Schon vor dem großen, imposanten Tor überkommt einem sofort eine freudige Erwartung. Ein altes Rheintalhaus liegt versteckt hinter einer hohen, massiven Holzwand. Ein grünes Blätterdach überspannt einen Teil des Eingangsbereichs. Und die Erwartung sollte nicht enttäuscht werden: Wer durch das Tor geht, tritt augenblicklich eine Reise in die Vergangenheit an. Alte Pflastersteine, grün umrandet mit Gras, ein Holzschuppen mit Werkstatt auf der Linken und der Eingangsbereich zu den Stallungen, mit einem Vorhang verziert zur Rechten, fallen dem Besucher unmittelbar ins Auge. Im hinteren Bereich steht ein alter Steintrog, vom Heiligen Florian bewacht.

Und wie aus dem Nichts kommt ein weißes Pferd hinter dem Schuppen hervor, gefolgt von einem braunen Gefährten. Die Hufe klappern auf dem gepflasterten Boden. Plötzlich kommt man sich irgendwie vor, wie bei Pipi Langstrumpf zuhause. Nur, dass der Schimmel keine dunklen Flecken hat. „Sie sind neugierig“, meint Monica Katzenmeyer und strahlt über das ganze Gesicht. Die Pferde kommen in die Stallungen und der Rundgang durch den Garten kann beginnen.

Geschichtsjuwel wird wieder Leben eingehaucht

1983 hat Monica Katzenmeyer gemeinsam mit ihrem Mann Günther das alte Rheintalhaus gekauft. Bausünden der vergangenen Jahrzehnte und einekahle Wiese stellten für beide eine Herausforderung dar. Das Haus wurde liebevoll restauriert, behutsam mit viel Feingefühl, sich der Verantwortung bewusst, Historisches für nachfolgende Generationen zu bewahren bzw. passend zu ergänzen. Stimmig zum alten Haus wurde auch ein Naturgarten mit viel Grün und Rückzugsmöglichkeiten für allerlei Tiere gestaltet.“Der Garten ist über die Jahre gewachsen“, erzählt Monica Katzenmeyer. „Gärten, Häuser und Kinder sind ein Resultat der Liebe“,  zitiert die Gartenbesitzerin ein altes Sprichwort.

Hinter jeder Biegung eine Überraschung

Der Garten steckt voller Überraschungen: Sei es ein aufwändig gestalteter Holzzaun, ein Bauerngarten unmittelbar beim Haus, alte, zum Teil verwitterte Skulpturen, die ihren Platz einnehmen. Ganz so, als wäre dieser schon immer für sie vorgesehen gewesen. Auf einem Durchgang aus Holz, finden sich zwei Engelsflügel. Eine zauberhafte, weiße Meissenfigur, versteckt sich in einem Loch eines alten Baumstamms. Ein fliegender Fisch schwebt über dem Teich, in dessem Wasser sich die umliegenden Baumwipfel spiegeln. Unzählige Goldfische schwimmen unmittelbar unter der Wasseroberfläche von einem Ende des Teiches zum anderen.

„Ursprünglich waren es nur zwei“, erinnert sich Monica Katzenmeyer. „Eine Freundin meines Sohnes brachte sie auf Urlaub und hat sie dann vermutlich vergessen abzuholen“, erzählt sie und lächelt verschmitzt. Auf einer kleinen Insel mitten in der Teichlandschaft steht eine rot gestrichene Holzbank, die nur über eine kleine Brücke zu erreichen ist. „Mein Mann liebt diesen Platz“, erklärt Katzenmeyer. „Er genießt es sich dort hin zu setzen und die Seele baumeln zu lassen“.

Verwunschene Gestalten auf dem Holzzaun

In Hausnähe befindet sich der Zugang zur Pferdekoppel. Wundersame Figuren thronen auf dem Zaun. Ein geschnitztes Pferd weist den Huftieren den Weg. Hinter dem Schuppen steht ein alter Grabstein, daneben ein großer Hund aus Stein. Ein kleiner Friedhof für die vierbeinigen Lieblinge, der Familie Katzenmeyer, die im Laufe der Zeit verstorben sind. Wieder zurück im Innenhof dürfen die Pferde aus dem Stall heraus und werden mit Äpfeln verwöhnt. Ein schöner Moment. Der Blick fällt auf eine Porzellan-Katze auf dem Dach des Schuppens. Sie beobachtet geduckt das Geschehen. Man hat das Gefühl, dass die Zeit angehalten hat in diesem wunderschönen Innenhof, im Haus der Besitzer oder im verwunschenem Garten. Es ist ein Privileg, diese Momente erlebt haben zu dürfen.

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