Formschnitt: Von Pilzköpfen und Ähnlichem

Formschnitt: Von Pilzköpfen und Ähnlichem

Klaus Nemetz Hörbranz

Klaus Nemetz, Baumschule Nemetz, Hörbranz

Hallo, lieber Gartenfreund – wer kennt sie nicht, die „Beatles“, die Kultmusiker aus Liverpool! Sie landeten in den 60er Jahren einen Welthit nach dem anderen! Und was hatten John Lennon und Co. Alle gemeinsam? Ihre Pilzkopf-Frisuren!

Leider werde ich ständig an sie erinnert, wenn man in manche Gärten schaut: Man sieht fast alle immergrünen Gehölze und Blütensträucher bubikopfmäßig geschnitten – nach der Devise „Je runder umso schöner“.

Wohlgemerkt, nichts gegen einen Formschnitt. Bei Buchsbaum, Eibe, Liguster und anderen immergrünen Gehölzen ist ein Trend zum strengen Formalismus immer wieder zu erkennen, der – ausgehend von England und Frankreich – schon vor Jahrhunderten in Parkanlagen und Gärten Einzug hielt. Aber bitte nicht bei den Blütensträuchern!

Blütensträucher müssen nach anderen Wuchsgesetzen und -kriterien geschnitten werden!!! Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt liegt nach der Hauptblüte. Aber auch das »Wie« ist entscheidend. Grundsätzlich sprechen wir von einem Erhaltungs- oder Auslichtungsschnitt, der darauf zielt, nach Möglichkeit den entsprechenden Wuchs-Charakter einer Pflanze zu erhalten. Einer Vergreisung und Verholzung wird somit vorgebeugt.

Ebenso erhalten wir dadurch die Blühwilligkeit der Pflanze über Jahre. Zum Beispiel gibt ein Schneiden an der Basis, also ein Entfernen alter Triebe oberhalb des Bodens, der Pflanze Kraft, um neue, junge Schosse zu bilden, die dann mit den Jahren immer wieder die Funktion der sogenannten Blütentriebe übernehmen. Ebenfalls ist ein teilweises Einkürzen der Hauptäste und der Seitentriebe möglich.

Eigentlich sind diese wenigen Zeilen viel zu kurz, um eine genaue Schnittanleitung zu den jeweiligen Blütengehölzen zu geben. Bei Fragen wende dich deshalb an deine Fachfrauen und Fachmänner – die Vorarlberger Gärtnerinnen und Gärtner, die dir gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn – „Pilzkopf-Frisuren“ sind (nach wie vor) out, nicht nur bei uns Menschen.

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