Werrla, Werra, Erdkrebs oder Lugmüs

Mit Fadenwürmern gegen die Maulwurfsgrille

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Markus Müller, Ideengärtnerei Müller, Thüringen

Werrla, Werra, Erdkrebs oder Lugmüs: Damit wird die Maulwurfsgrille in verschiedenen Regionen Vorarlbergs bezeichnet. Es gibt Methoden, um den Schädling auf natürliche Weise zu bekämpfen.

Viele Gartenbesitzer kennen diese Tiere nicht. Das sind die Glücklichen. Wer sich aber schon mal mit Werrla im Garten herumgeschlagen hat, weiß wie hartnäckig diese Insekten sein können und wie gefräßig. Diese bis zu 5 Zentimeter großen Grillen haben ausgeprägte Grabschaufeln und wühlen sich durch den Garten. In lauen Sommernächten hört man auch ihr deutliches Zirpen, ähnlich den Grillen.

Da sie im Verborgenen leben und meist in der Nacht aktiv sind, weiß man oft nicht, was los im Gemüsebeet ist. Auf wundersame Weise verschwinden junge Karotten im Boden, abgefressenen Kohlpflänzchen welken und fallen um, Kartoffeln sind buchtig ausgehölt oder im Gras entstehen handtellergroße Flecken, wo die Wurzeln abgefressen wurden.

Wer genau schaut, findet etwa fingerdicke Gänge, meist direkt unter der Bodenoberfläche. Die Gänge münden in Löcher mit rund 1 Zentimeter Durchmesser. Gräbt man den Gängen nach, senken die sich irgendwann steil nach unten, wo sich dann ev. sogar ein hühnereigroßes Nest mit einigen Hundert bernsteinfarbenen, etwa 3 mm großen Eiern befindet. Solche Nester findet man gelegentlich auch im Komposthaufen, denn dort herrschen besonders angenehme Bedingungen für die Maulwurfsgrillen. Dort gibt es pflanzliches Futter in rauen Mengen, lockeren Boden und nicht zuletzt ist es wärmer wie in der Umgebung. All das lieben die großen Insekten. Sie nutzen den Kompost oder auch Stallmisthaufen gerne zum Überwintern.

Die Maulwurfsgrille bekämpfen

Eine sichere Methode die Tiere im Garten loszuwerden ist es sie zu fangen. Dabei werden Dachlatten in den Gemüsebeeten ausgelegt. An den Enden der Latten ist bodeneben eine Dose, ein Übertopf oder ein Einmachglas einzugraben. Die nachtaktiven Tiere laufen entlang der Latte und fallen dann in die Falle. Diese ist regelmäßig zu leeren.

Im Frühjahr kann man auch einige Liter Pferdemist vergraben. Der Mist verrottet und die Werren siedeln in den lockeren, warmen Mist. Dann wird der Mist ausgegraben und die Tiere eingefangen.

Wenn man den Gängen nachgräbt, kommt man irgendwann zu den Eiern. Die Frage ist allerding, ob man dabei nicht mehr Flurschaden anrichtet, als die Tiere selbst. Die Eier sind zu vernichten bzw. an Hühnern oder Enten zu verfüttern.

Die Tiere lassen sich auch mit Seifenlauge oder Speiseöl aus ihren Gängen treiben und müssen dann abgefangen werden.

Fadenwürmer – natürliche Gegner

Ein natürlicher Gegenspieler der Werren sind Fadenwürmer der Gattung Steinernema carpocapsae. Diese Nematoden sind winzig kleine Tierchen, die mit dem Gießwasser in warme Böden gegossen werden und dort in feuchter Umgebung leben. Stoßen sie auf Werren befallen sie diese und dringen in ihre Körper ein. Daran gehen die befallenen Maulwurfsgrillen zugrunde. Menschen können diese Fadenwürmern nichts anhaben, ebenso sind Haustiere nicht in Gefahr.

Bei Bodentemperaturen über 12 °C können die Fadenwürmer am Morgen oder Abend in lauwarmem Wasser ausgebracht werden. Der Boden sollte dann auch die nächsten Tage feucht sein. Die Behandlung ist in den Monaten Mai und Juni im Freiland erfolgversprechend. Da Larven der Maulwurfsgrille nicht befallen werden, ist eine neuerliche Ausbringung in den Folgejahren zu empfehlen.

Erhältlich sind die Tiere bei uns oder beim Nützlingsanbieter. Hier erhalten Sie auch Tipps zum richtigen Einsatz.

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