Wespen und Hornissen sind im Garten nützlich

Wespen und Hornissen: Nützlich im Garten

Markus Grabher

Markus Grabher, Umweltbüro in Bregenz

Die meisten Menschen sind Wespen und Hornissen – der größten heimischen Wespenart – nicht wohl gesonnen. Dabei sind sie durchaus nützliche Tiere.

Ein Hornissenvolk benötigt als Nahrung für die Larven den Sommer über 7 bis 12 kg Insekten. Auch Wespen dezimieren andere Insekten wirkungsvoll. Die erwachsenen Wespen ernähren sich von Nektar, Pflanzen- und Obstsäften. Ganz nebenbei übernehmen sie beim Besuch von Blüten die Bestäubung. Im Gegensatz zu Bienen fliegen Hornissen, Wespen und Hummeln auch bei kühlem Wetter und bestäuben selbst bei Wind und Regen.

Wespen schützen

Immer mehr Wespenarten sind gefährdet, manche werden sogar in der Roten Liste der gefährdeten Tiere angeführt. Schutzmaßnahmen sind deshalb wichtig. Hinzu kommt, dass überhaupt nur zwei der staatenbildenden Arten dem Menschen lästig werden, nämlich die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris).

Hornissengift schwächer als das der Honigbiene

Auch Hornissen sind nicht gefährlicher als andere Wespenarten. Es ist eine Legende, dass sieben Stiche ein Pferd und drei einen gesunden Menschen töten. Hornissengift ist sogar schwächer als das der Honigbiene. Hornissen verhalten sich abseits des Nests auch keineswegs aggressiv, sondern weichen Störungen durch Flucht aus.

Wespen brauchen ein ausreichendes Nistplatzangebot und geeignete Nahrungsquellen sowohl für die erwachsenen Tiere als auch zur Versorgung der Larven.

➡ Strukturreiche, naturnahe Landschaften erhalten. Hornissen benötigen Laubmischwälder und artenreiche Altholzbestände. Hohle Bäume bieten Nistmöglichkeiten, blütenreiche Hochstaudenfluren sind leicht zugängliche Jagdhabitate. Ganz besonders sind große Doldenblütler wie Engelwurz, Wiesenbärenklau, Laserkraut und andere an Waldsäumen, Ufern, Weg- und Feldrainen wichtige Nahrungsquellen.

➡ Auf Pestizide und übertriebene Pflege verzichten. Abwechslungsreiche, naturnahe Gärten sind artenreiche Lebensräume.

➡ Nistmöglichkeiten auch im Bereich von Siedlungen erhalten. Wespennester nicht entfernen. Die lästigen Arten, die Gemeine und die Deutsche Wespe, bauen keine auffälligen, freihängenden, sondern versteckte Nester an dunklen Orten. Das Entfernen gut sichtbarer Wespennester trifft völlig harmlose Arten.

➡ Kann ein Wespennest nicht toleriert werden, ist über Umsiedlung nachzudenken, ganz besonders wenn es sich um eine seltene Art handelt.

Foto: © Tschi-Em/pixelio.de

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