Zwiebel und Knollenpflanzen: die wilden Frühlingsblüher

Wilde Frühlingsblüher aus Zwiebel und Knollenpflanzen

Wer kennt sie nicht, die duftenden Bärlauch-Auen, blasslila Lerchenspornwiesen und reichblütigen Narzissen-Wiesen im Frühling. Verwilderte Zwiebel- und Knollenpflanzen zeichnen für den Blütenflor verantwortlich. Den Grundstein dafür legt man im Frühherbst mit dem Setzen der Zwiebel- und Knollenpflanzen.

Es liegt noch der ganze Winter dazwischen, bis uns die ersten Boten den nahen Frühling anzeigen. Sie schöpfen ihre Kraft aus den unterirdischen Speicherorganen – Zwiebeln oder Knollen. Die dort gespeicherte Energie verschafft den Pflanzen den notwendigen Vorsprung im Wettbewerb ums Licht. So gedeihen sie unter lichtem Geäst und haben ihren Beitrag bereits geleistet, wenn die Blätter der Gehölze sprießen.

Im naturnahen Garten finden diese Frühlingsboten schnell Platz. In frischen Böden ohne stauende Nässe braucht es nur noch wenig, bis sich die wilde Blütenpracht etabliert. Ein geeigneter Platz im Garten kann ein Wiesenstück oder der Gehölzrand sein. Natürlich bieten sich auch Staudenbeete oder Rasenflächen an, der richtige „Wildcharakter“ stellt sich eher in naturnahen Bereichen ein.

Um die Zwiebeln beim Auswildern zu fördern, sollte man stets größere Gruppen pflanzen. Streuen Sie die Zwiebeln und Knollen ohne Ordnung aus und wo die Speicherorgane liegen bleiben werden sie mit Hilfe eines Spatens gepflanzt. So entstehen „unruhige“ Pflanzungen. Zum Verwildern bedarf es stets eine größere Anzahl von Zwiebeln, um den beabsichtigten Effekt in absehbarer Zeit zu erlangen.

Frisch und nicht zu schwer soll der Boden für Schneeglöckchen sein. Sie verwildern durch Brutzwiebeln und Samen rasch. Werden die Horste zu dicht, können sie nach der Blüte aufgenommen und geteilt werden.

Krokusse vermehren sich auf leichteren, durchlässigen Böden sehr schnell. Auch sie bilden Brutzwiebeln und Samen. Rasenflächen mit Krokus dürfen erst gemäht werden, wenn das Laub der Zwiebeln völlig eingezogen ist. Robust und zuverlässig sind der blauweiße Schneeglanz und das Blausternchen.

Die anspruchslosen Traubenhyazinthen säen sich üppig aus. Sie lieben Licht und Wärme und durchlässigen Boden und eignen sich für größere blaue Flächen. Bereits nach wenigen Jahren tauchen sie an den überraschendsten Stellen in ihrem Garten auf.

narzisseDie meisten Narzissen eignen sich ebenfalls zum Verwildern. Nährstoffreicher, humoser, im Frühjahr feuchter Boden bietet ideale Voraussetzungen. Sie sollten so gepflanzt werden, dass sie die meiste Zeit des Jahres ausreichend Sonne bekommen und vermehren sich mit der Zeit über Tochterzwiebeln. Verblühte Blütenstiele sollten Sie sofort abschneiden, belassen Sie die Blätter jedoch bis zum Verwelken. Wenn nach einigen Jahren der Blütenflor nachlässt, nimmt man die Zwiebeln auf, teilt sie und pflanzt sie an einen anderen Standort.

Narzissenwiesen und Krokusteppiche sind jedes Frühjahr aufs Neue eine Augenweide. Und übrigens: Blumenzwiebeln zum Verwildern sind eine einmalige Investition, die sich im Laufe der Jahre mit zunehmender Pracht mehr als bezahlt macht.

Harald Rammel

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