Zu Besuch in Ingrid Wittwers Rosenparadies

„Sie sind vergleichbar mit dem Tutu beim Ballett“

Ingrid Wittwer hat sich ganz der „Königin der Blumen“ verschrieben. In ihrem Garten blühen 100 verschiedene Sorten historischer Rosen. Wer das Privileg hat, durch ihr 1000 Quadratmeter großes Blütenparadies lustwandeln zu dürfen, wird begeistert sein. Das gilt auch für Männer.

Böse Zungen behaupten, dass die meisten Männer keinerlei Sensorium für die Blütenpracht in einem Garten hätten. Das sei Frauenkram. Was für ein Blödsinn, kann ich nach dem Besuch von Ingrid Wittwers Blütenmeer in Koblach nur sagen. Ab sofort bin ich Rosen-Fan und betört vom Duft, der mich auf Schritt und Tritt begleitet. Es liegt ein Hauch von Hochadel in der Luft. Denn die Rosen in Ingrids Garten haben so klingende Namen wie Maiden’s Blush, Duchesse de Montebello, Nuits de Jong oder Mme. Isaak Pereire.

Das Rosenfieber hat Ingrid vor 32 Jahren gepackt, aber erst sieben Jahre später kann sie ihre große Leidenschaft so richtig ausleben. „Davor brauchten meine Kinder den Garten zum spielen“, erinnert sich Ingrid. Danach gibt es für sie aber kein Halten mehr. Sie bestellt die ersten Rosenstöcke. Aber nicht irgendwelche. In ihrem 1000 Quadratmeter großen Garten finden sich nur historische Sorten. Und warum, frage ich als Laie und Mann? „Die haben einen Wahnsinnsduft. Sie sind vergleichbar mit dem Tutu beim Ballett. Und ehrlich gesagt, gefallen mir die modernen, grellfarbenen Sorten überhaupt nicht“, erklärt mir die Rosenspezialistin.

Wittwers romantischer Rosengarten

Rosen kommen ohne Gift aus

Und weil die Rosenkennerin so viel Geduld mit einem nichtwissenden Mann wie mir hat, wage ich es eine weitere laienhafte Frage nachzulegen. Müssen die Rosen nicht oft mit Gift behandelt werden? Nein, sagt sie. „Was sich nicht bewährt, also nicht ohne Gift auskommt, wird eliminiert“, klärt sich mich auf. Die meisten Krankheiten, so ihre Erfahrung, würden sich von selbst erledigen. Ihre Rosen kämen alle ohne Chemie aus. Und Ingrid räumt gleich mit einem weiteren Irrglauben auf. „Rosen muss man nicht gießen. In unseren Breitengraden regnet es genug. Wenn Rosen zu viel Wasser bekommen, bilden sie kein Wurzelblatt“, erklärt mir Ingrid Wittwer. Und womit werden ihre Liebsten gedüngt? Mit Brennesseltee, Kompost bzw. Biodünger, verrät sie.

Arbeitsteilung

Jetzt hätte ich mich am Ende unseres Rundgangs aber schon noch interessiert, welche Aufgabe eigentlich Ehemann Peter im Garten zukommt. „Ich bin begeistert von unseren Rosen. Das Paradies bringt aber einiges an Arbeit mit sich. Wir halten nur die Aufgaben im Garten auseinander: Ingrid lässt es blühen, ich mache die Schubkarre und bin für alle Arbeiten in über zwei Metern Höhe zuständig. So ist ein friedliches und gedeihliches Miteinander im Garten möglich.“

zurück zur Startseite
Kommentare ausblenden

Kommentar hinterlassen

oder