Zur Wintersonnenwende und Weihnachten

Zur Wintersonnenwende und Weihnachten

wildesweiberwissen Kräuter Katharina Waibel
Das Buch „wildesweiberwissen – Das wundersame Kräuterjahr“ von Katharina Waibel ist im Hohenemser Bucher Verlag erschienen und kostet 24,50 Euro. Das Buch kann bei der Autorin direkt (www.wildesweiberwissen.at) oder bei derbuchhaendler.at bestellt werden.

Liebe minGarta-Leser! Ich möchte euch noch etwas über die bevorstehende magische Zeit schreiben. Mit ganz viel Freude gehe ich immer in diese stille Zeit zwischen den Jahren und ich wünsche euch von Herzen, dass ihr etwas von der Magie und der Heilsamkeit dieser Zeit spüren werdet.

Am 21.12. ist die längste Nacht des Jahres. An diesem Punkt, dann wenn es am aller Dunkelsten ist wird das neue Licht geboren, von da an geht es wieder Berg auf und täglich bleibt es einbißchen länger hell. Und wir feiern die Wintersonnwende.

In dieser Zeit der großen Umkehr erfüllt sich das Versprechen der Wiedergeburt.
Immergrüne Pflanzen wie Tanne und Mistel sind Symbole der Unsterblichkeit.
Unsere Vorfahren schmückten ihre Behausungen mit Tannen und Misteln um der Hoffnung auf die Wiederauferstehung im Frühling Ausdruck zu verleihen.

Alte Geschichten erzählen, dass immergrüne Pflanzen in der Wohnung, die Naturgeister einladen, bei uns zu überwintern – trau dich, einen Troll zu Weihnachten einzuladen!
Auch Fliegenpilze sind uralter Weihnachtsschmuck, um in dieser Zeit der Ahnungen in andere Sphären zu fliegen und um hilfreichen Geistern eine Einladung auszusprechen.
Die Weihnachtszeit ist voll von naturreligiösen Symbolen und viele davon werden auch heutzutage noch ganz selbstverständlich verwendet.

Zum Beispiel: Achtstrahlige Sterne, die Speichen des Lebensrads, unser Weihnachtsbaum, der Weltenbaum, rote oder goldene Äpfel als Versprechen der paradiesischen Fülle und vieles mehr, mache dich auf die Suche danach und lerne dabei genau hinzusehen und zu spüren.
Seit Menschengedenken ist die Weihnachtszeit eine Zeit, in der es den Menschen bewusst ist, dass sie Hilfe brauchen um den immer noch langen Winter zu überstehen.
Dies ist eine der heilsamsten Zeiten, vieles kann sich ändern, Heilung passiert jetzt.
Immer schon haben sich Menschen in dieser Zeit Wünsche erfüllt und erfühlt.
Sie haben sich mit gutem Essen für die harte Zeit gestärkt und sich belohnt für die viele Arbeit, die sie das ganze Jahr über geleistet haben.

Weihnachten, die geweihten Nächte haben tiefe, weit zurückreichende Wurzeln.
Christi Geburt wird gefeiert in dieser Zeit der Geburt des Lichts.
Gönne dir die Atempause, gib deinem Geist den Raum, um zu fliegen.

Die Raunächte, die 12 heiligen Nächte:
Zeit um zu raunen, zu flüstern und zu wispern, die Zeit stille, tiefe, heilige Sexualität zu erleben und unsere wichtigste Räucherzeit:

Die Nächte vom 24.12. bis zu 6.1. stehen symbolisch für jeden Monat des vergangenen Jahres – 24.12. Jänner des Jahres, 25.12. Februar, 26.12. März, 27.12. April und so weiter.
An jedem dieser Tage kannst du räuchern und dir Gedanken darüber machen, was dir in den betreffenden Monaten alles begegnet ist.
Wo bist du weit über deine Kraft gegangen? Wo war etwas zu feiern? Was gilt es zu betrauern?
Dies alles ist an diesen heiligen Tagen zu tun: Trauern, abschließen, loslassen, feiern, sagen, was schon lange gesagt gehört und dich mit Menschen treffen, die dich stärken und inspirieren.
Du kannst auch Monatskekse backen, um täglich einen zu verspeisen, einen speziellen Likör herstellen, was auch immer für dich richtig ist, ist richtig. Nur was angewandt werden kann, ist heilig Was im Alltag nicht funktioniert, ist nicht heilsam. Lass dich nun in deine eigene, selbst Gestaltete, herrlich Heilsame, sinnlich Heilige Weihnachtszeit sinken.

Jetzt hast du die Chance zur Ruhe zu kommen, lass alle Sorgen, Nöte und vor allem aller Stress sich in Luft auflösen, damit im Frühling wieder die Feuerkraft erwacht und der Kreislauf von vorne beginnt und du wiederum die Chance hast ein Stück mehr vom Mysterium des Lebens zu erfahren und zu verstehen.

Und welche Pflanze würde besser zu dieser Zeit passen als der Tannenbaum?

Fichte: Picea abies

Volksnamen: Rottanne
Standort: ausreichend Wasserversorgung, Sonne
Eigenschaften: durchblutungsfördernd, hustenstillend, schleimlösend, entzündungshemmend

Botschaft:
Die Fichte steht mit weit ausgebreiteten Armen da, bei allem Wetter, in Sturm, Schnee und Regen und hält dich sicher und warm. Schutz ist ihre große Botschaft. Lass dich beschützten.
Geigen werden aus klingendem Fichtenholz gemacht. Spiel die Musik deines Lebens. Finde deinen eigenen Klang und sing dein Lied. Fühlst du dich ausgeliefert? Orientierungslos? Immer wieder einmal im Leben kommen wir in Situationen, in denen wir uns völlig Ohnmächtig fühlen.
Bist du nicht mehr Frau/ Mann der Lage? Spür dem ganz genau nach und ziehe dich so gut es geht aus dem Alltag zurück. Lass dich von der Fichte halten und heilen. Vor allem direkt bei ihr, schmiege dich in ihre Arme, atme tief ihren würzigen Duft ein. Räuchere mit ihren Nadeln, ihrem Harz und mit ihrem „Bart“, den Flechten die von ihr herabhängen. Oder genieße Fichtenhonig auf Zopfbrot – die beste Seelentrostspeise.

Tannenwipfelhonig
Sammle Fichten-, Tannen- oder Föhrentriebe, du kannst sie auch mischen.
Fülle die Triebe in einen ausreichend großen Topf, knapp mit Wasser bedecken und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag etwa zwei Stunden vorsichtig köcheln. Sobald deine ganze Küche nach Wald riecht und die Triebe müde geworden sind, sie haben dann ihre Farbe verloren und sehen welk aus, alles durch ein feines Sieb schütten. Den Sud in einen Messbecher schütten, abmessen und pro Liter, 1kg Zucker dazu geben. Jetzt muss es wieder köcheln und zwar so lange, bis sich ein dickflüssiger Sirup gebildet hat. Noch heiß in kleine Schraubgläser füllen.

Das Rezept ist für den Frühlinggedacht, dann wenn die Fichten- und Tannenwipfel wieder wachsen, vorerst kannst du einen „Tänneletee“ machen – einfach vom Winterspaziergang ein paar Tannenästle mitnehmen und mit kochendem Wasser Übergiesen, ziehen lassen und genießen.
Der beste Tee für die Weihnachtszeit.

Und dann brauchst du noch etwas Stechlaub zum Räuchern.

Stechlaub: Ilex aquifolium –die Schatten integrieren, Göttliche Liebe,
das Geschenk der Weihnacht

Volksnamen: Christdorn, Walddistelstrauch, Schradellaub, Stechpalme
Standort: Lehmboden, Halbschatten
Eigenschaften: fiebersenkend, hustenstillend, harntreibend, krampfstillend, abführend

Botschaft:
Du hast es geschafft. Viel geliebt und gelitten, gelacht und geweint.
Lass dich nicht mehr verwirren, du weißt es schon. Sei achtsam und lass nicht zu, dass sich dein Herz wieder verschließt. Jetzt weißt du, dass alles, was die Seele aufrüttelt, Glück ist.
Stechlaub ist eine wichtige Räucherpflanze, sie öffnet das Herz und hilft dir offener und nicht so misstrauisch zu sein. Es hilft dir Ganz zu werden, dich mit allen möglichen und unmöglichen Eigenschaften zu sehen. Bist du dir noch etwas schuldig geblieben? Sind Schuldzuweisungen daraus entstanden? Die Stacheln vom Stechlaub erinnern dich an alles Stachlige und Unebene. Es hilft gegen Neid und Missgunst, führt dich zu deinen tiefsten Schatten und schenkt dir das Weihnachtsgeschenk des Ganzseins. Du hast es dir hart erarbeitet, genieße es.

Interessant ist, dass Stechlaub in unserer Gegend das härteste Holz ist und deshalb zum Werkzeugmachen verwendet wurde und wird.

Wird auch als Bachblüte Holly verwendet.

Eine wunderschöne Weihnachtszeit wünscht euch
Katharina

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